Informationsreise Afghanistan 2013

 

 

 

Gruppenfoto Delegation in Mazar-e Sharif (Foto: KMBA/Sättele)


Informationsreise nach Afghanistan

Vom 17. bis zum 20. Dezember 2013 führte die katholische Militärseelsorge eine Informationsreise nach Afghanistan durch. Auf Einladung des Militärbischofs Dr. Franz-Josef Overbeck nahmen erstmals Vertreter weiterer Dienststellen bzw. Organisationen der katholischen Kirche in Deutschland teil: für die Deutsche Kommission Justitia et Pax der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann und Dr. Jörg Lüer, für die kath. Polizeiseelsorge der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof und Dr. Michael Arnemann.

Die weiteren Personen auf dem Bild: der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Schelzig, der Befehlshabende im Lager der Bundeswehr in Mazar-e Sharif, Mitarbeiter des Katholischen Mitlitärbischofsamtes (KMBA) und des Pressedienstes KNA, sowie der Leiter des Instituts für Theologie und Frieden und die Militärseelsorger im Camp Marmal.

Siehe auch:

Seite des Internetportals der katholischen Militärseelsorge
Fotoserie
Informationen über Mazar-e Sharif (Wikipedia)


Geistlicher Impuls zu Weihnachten 2013 - ein (erster) Reisebericht

„Friede auf Erden“ – die Botschaft, die in der letzten Adventwoche während der Informationsreise dreier deutscher Bischöfe in Afghanistan in Gottesdiensten immer wieder anklang, verweist auf große Herausforderungen im Land am Hindukusch. Die Delegation aus Militärseelsorge, Justitia et Pax und Polizeiseelsorge konnte bei vielen Begegnungen und „Briefings“ erleben und erfahren, wie viel Aufbauarbeit bereits geleistet wurde und wie viel noch zu tun bleibt. Die Berichte aus den Einheiten der Bundeswehr, der Caritas, Vertretern der Menschenrechtsbewegung, Mitarbeitern unterschiedlicher Bildungsorganisationen, örtlicher Religionsvertreter und dem deutschen Polizeikontingent machten deutlich, dass die afghanische Gesellschaft mit den im März 2014 erfolgenden Wahlen vor einer wichtigen Weichenstellung steht.

Besonders beeindruckend waren für die Vertreter der katholischen Polizeiseelsorge, Weihbischof W. Bischof (Erzbistum München und Freising) und Dr. M. Arnemann (Bistum Münster), die Treffen mit deutschen Polizeibeamtinnen und -beamten, die die Einladung zum Empfang der deutschen Botschaft in Kabul und zu einem Informationsgespräch im Lager der Bundeswehr in Mazar-e Sharif angenommen hatten. Die deutsche Polizei hat in den zurückliegenden Jahren in Afghanistan beachtliche Ausbildungskapazitäten geschaffen, auch um mitzuhelfen, eine neue Polizeikultur grundzulegen. Heute verfügt die afghanische Polizei über ca. 1800 Ausbildungsplätze.

Derzeit sind ca. 130 bis 140 Polizeibeamtinnen und -beamte für das German Police Projekt Team (GPPT) vor Ort; hinzu kommen 13 Kolleginnen und -kollegen, die im EUPOL-Kontingent (156 internationale Kräfte) Dienst tun.

In den Begegnungen mit insgesamt ca. 70 Kolleginnen und Kollegen wurde wiederholt betont, wie sinnvoll es ist, durch die deutsche Polizeiseelsorge ein persönliches Signal „vor Ort“ zu setzen. Grundsätzlich können Aufgaben, die in die Zuständigkeit der Seelsorger für die Polizei fallen, in Auslandseinsätzen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Militärseelsorge übernommen werden. Zugleich aber ist es wichtig, Fragen des Aufbaus einer Rechtskultur, die hiermit einhergehenden Brüche und Chancen in der Wahrnehmung der deutschen Ausbilderinnen und Ausbilder, sowie persönliche Schicksale im Zusammenhang mit der Förderung und Begleitung afghanischer Polizeikräfte im unmittelbaren Kontext zu erörtern.

„Friede auf Erden“ – mit dem Besuch der Delegation bei Kräften unterschiedlicher NGO, der Polizei und der Bundeswehr konnte Wertschätzung für die Menschen gezeigt werden, die mit großem persönlichen Engagement „Anfänge“ setzen. Es sind eben solche „Anfänge“ – wie es die Predigt von Militärbischof Overbeck deutlich machte – die eine große Botschaft im Kleinen beginnen und Wirklichkeit werden lassen.

Dr. Michael Arnemann

Bistum Münster

 

Gottesdienst in der deutschen Botschaft in Kabul aus Anlass des Empfangs für Vertreter von NGO, Polizei, Bundeswehr und Kirche (Foto: Arnemann)

 

Hier der Bericht (mit Fotos) der Katholischen Militärseelsorge.