Katholische Polizeiseelsorge NRW


Ein praktisches Beispiel der PPS vor Ort

Über den Landes-Tellerrand geschaut: PSS in Baden-Württemberg
GEWALTERFAHRUNG IM POLIZEIBERUF
 

Polizistinnen und Polizisten werden in ihrem Berufsalltag immer wieder mit Gewalt und zutiefst erschütternden, machtvollen Erfahrungen konfrontiert. Manche dieser Situationen wirken für lange nach. Einige ein Leben lang. In allen Regionalpräsidien werden nach und nach jährlich regelmäßige Tage für Polizeibeamtinnen und –beamte mit besonderen Gewalterfahrungen durchgeführt. Anregungen dazu konnten im Polizeipräsidium Stuttgart und der Kirchlichen Arbeit in der Stuttgarter Polizei gewonnen werden.

Der folgende Bericht des hauptamtlichen psychosozialen Beraters im PP Ludwigsburg ist beispielhaft für die Einrichtung dieses neuen Angebotes:

Moderiert von Landespolizeipfarrerin Eva-Maria Agster und Klaus Schmidt fand die erste Tagung einer Gruppe für Polizeibeamt*innen mit besonderer Gewalterfahrung im Dienst in der Tagungsstätte Monbachtal bei Bad Liebenzell statt.

 

Nach Einladung durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg trafen sich neun Kolleg*innen mit den beiden Moderatoren u. a. zum gemeinsamen Austausch über das Erlebte. Auch Präsident Frank Rebholz war die ersten beiden Stunden der Tagung zugegen, um mitzuerleben, welch´ schwierige "Erlebnisse" einige Kolleg*innen in ihrem Dienst schon erfahren mussten.

Die Einrichtung einer solchen Gruppe hatten die Polizeiseelsorge und die Konfliktberatung schon lange geplant; mit der Reform sahen wir die Chance, diese bei den neu geschaffenen Präsidien zu implementieren. Da Präsident Rebholz dieser Intention bereits im vergangenen Jahr zugestimmt hatte, wird diese Gruppe jetzt regelmäßig einmal im Jahr angeboten; sie ist offen für Kolleg*innen, die ein oder mehrere besondere bzw. außergewöhnliche Gewalterlebnisse im Dienst erfahren mussten. Hierunter fallen z. B. erlebte konkrete Lebensgefahr; Schusswaffengebrauch, bei dem Personen getötet oder schwer verletzt wurden; Erleben des Sterbens von anderen; häufig erlebte stark bedrohliche Situationen; Verfolgung von Straftätern, die hierbei zu Tode kamen und ähnlich außergewöhnliche Fälle. Die letztendliche Auswahl der Teilnehmer*innen treffen die Polizeiseelsorge und die psychosoziale Beratung.

Mit dieser Gruppe soll eine Selbsthilfemöglichkeit eröffnet werden im Austausch mit Personen, die ähnliches erlebt haben, wollen Kirchliche Arbeit in der Polizei und die polizeiinterne psychosoziale Arbeit für das Thema sensibilisieren und vor allem auch die Wertschätzung durch die Dienststelle und die PP-Leitung vermitteln.

Ich glaube, das ist uns allen bei der ersten Tagung ganz gut gelungen.

Klaus-Dieter Schmidt

Original Artikel:
http://baden-wuerttemberg.polizeiseelsorge.org/hp418/Aktuelles.htm

Anm. d. Red.: Der Artikel wurde kopiert, da er im Moment nicht direkt, sondern nur unter Aktuelles zu finden ist!


 

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