Katholische Polizeiseelsorge NRW

 

Briefe 2018
in chronologischer Reihenfolge

 

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Februar

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PDF-Dateien/Archiv


 

Januar 2018

Für Neujahr 2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In den letzten Tagen des alten Jahres machen viele Menschen eine Bilanz des Jahres 2017.
Es wird festgestellt wie hoch der Gewinn oder auch der Verlust des letzten Jahres war. Manche machen auch Inventur, eine Bestandsaufnahme. Dabei werden Entdeckungen gemacht wie die Kalkulationen gewesen sind, und es wird überlegt, was anders geplant werden muss. Finanzbilanzen werden gemacht, um den Stand und die Lage des Betriebes festzustellen.
Das geschieht bei großen Betrieben, das macht man in kleinen Betrieben, vielleicht auch bei Familien, oder es machen auch Einzelpersonen.

Eine andere Bilanz mache ich:
Der Frage gehe ich nach: Wie hat sich meine Beziehung zu Gott im letzten Jahr dargestellt. Sind kleine Götter bei mir eingezogen und haben den großen Gott des Lebens verdrängt? Kann ich noch ehrlich beten: „Ich will dich lieben meine Stärke“. Hat Gott in meinem Herzen noch ein Plätzchen oder ist es voll besetzt?

Eine andere Frage wäre: Bin ich meiner Berufung als Christ treu geblieben und bin ich Jesus nachgefolgt im Umgang mit den Menschen, die mir begegnet sind? Wie hat sich meine Berufung im letzten Jahr entwickelt? Habe ich genügend daran gearbeitet?

Die äußerliche Bilanz mag stimmen aber wie ist es mit der inneren Bilanz?

Was muss ich in Zukunft tun, damit mein Vertrauen zu Gott, zu Jesus Christus wächst?
Welche falschen Götter muss ich weglassen, damit meine Liebe zu dem lebendigen Gott neu erstarken kann?

Im Neuen Jahr könnten wir damit anfangen: das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Denn wenn das Unwichtige schon nicht mehr eine so große Rolle spielen würde, dann hätte vielleicht Gott eine Chance, mein Herz zu erreichen! Ganz kleine Schritte genügen; denn wir können wissen, Gott bleibt uns treu.
Diese Treueerfahrung mit Gott unter seinem Segen wünschen ich allen für das Neue Jahr 2018.
Der treue Gott segne uns alle.

Liebe herzliche Neujahrsgrüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für 07./08.01.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Die Feiertage sind vorbei. Der Alltag im Neuen Jahr hat uns wieder!
Die Ostkirche feiert am 6. 01. 2018 Weihnachten und wir feiern das Fest der Erscheinung des Herrn. Besser bekannt als „Heilige Drei Könige“. Die Könige aus dem Morgenland bringen dem Kind in der Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe. Oft habe ich mir die Frage gestellt: Welches ist wohl das wertvollste Geschenk? Zuerst viel mir ein, dass das Kostbarste wohl darin besteht, dass sie Heimat und Familie verlassen haben, vielleicht monatelang auf der Suche waren, um das Kind in der Krippe zu finden.
Der Text der Botschaft berichtet nur, was die Drei gebracht haben. Nichts von einem Gewinn wird berichtet. Das einzige neben den Gaben, was die Drei tun ist, niederknieen und anbeten. Und dann reisen sie einfach wieder nach Hause. Dafür der ganze Aufwand?!

Möglicherweise verbirgt hier sich die Frage aller Menschen: Was bringt Gott mir? Manche sagen, was hab‘ ich davon, wenn ich an Gott glaube. Einschränkungen, Verbote, Moral?! Oder was?
Mir fällt da ein Lied ein, das ich oft und gerne singe vor meiner kleinen Hauskrippe: „Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben. Ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn. Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohl gefallen“.

Paul Gerhard, der Dichter dieses Liedes regt zu einem stummen Gespräch ein mit dem Kind in der Krippe. Nicht Maria, nicht Josef, nicht die Hirten und der Stall sind wichtig. Hier geht es nicht um Besitz, nein es geht um den Betrachter selbst. Alles, was er ist: Geist, Seel, Herz und Mut. Mir fällt auf, dass ich Jesus gar nicht beschenken kann, weil er mir schon alles gegeben hat.

Dieses Lied, Gebet, rührt mich an und berührt Saiten an, die ungewohnt und Kühn sind. So heißt es in der 2. Strophe: „Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand
gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.“
Hier wird ausgedrückt: Gott ärgert sich nicht zu erst über mein Versagen, meine Schlechtigkeit, meine Verfehlungen und Sünden. Zuerst freut er sich über mich. Ich gefalle ihm. Und das wichtigste

ist: Vor ihm darf ich „ICH“ sagen.
Möglich ist, dass wir, jeder von uns mit Paul Gerhardt beten können: „Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nichts weiterkann, bleib ich anbetend stehen“. Und was Gott, das Kind in der Krippe, uns schenkt ist: Ich kann mich ihm soweit öffnen, dass Gott in mir einen Platz findet. Gott will mich auf diese Weise großmachen.
Wenn ich mich schenke, schenkt Gott mir eine Würde und unbeschreibliche Größe.

Die Weisen aus dem Morgenland erhalten nichts Beschriebenes zurück, aber mit dem Lied von Paul Gerhardt können wir Gottes Geschenk an uns erahnen: Seine Größe in uns.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für 13./14.01.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Für das neue Jahr könnten neue Leitlinien Gültigkeit gewinnen, die

unser Leben reicher und sinnvolle und glücklicher machen könnten:

1. Lerne, alle Antworten in deinem Inneren zu suchen.

2. Nimm dir Zeit, still zu sein, und suche die Antwort in der Stille.

3. Verzage nie, wenn du nicht unverzüglich Antworten bekommst

Wie einfach ist es doch, verzweifelt davon zu laufen, wenn das Leben nicht glattgeht. Schau einfach deine Verpflichtungen an und merke, dass Stille und Vertrauen deine Stärke sind.

Hier könnte Gott ins Spiel kommen: Vielleicht wird er raten: Suche meinen Willen vor allem anderen. Wenn du meine Stimme in deinem Inneren hörst, dann handle danach und das Glück und die Antworten fallen dir einfach zu.

Wir könnten wissen, dass Gott uns niemals enttäuschen wird. Niemals würde er seine Kinder verlassen. Gott will für uns Menschen das Allerbeste: Nämlich das Heil und das Leben in Fülle. Und ohne Umschweife ist er einfach und immer da. Es gibt keine Wartezeit, denn was Gott anbetrifft brauchen wir keine Wartezimmer.

Und dass Allerbeste wird uns geschenkt, wenn wir um seinetwillen unser Leben gestalten.
Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für 20./21.01.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Immer und immer wieder versucht man in unsrer Gesellschaft, den Sonntag auch zu einem Geschäfts- und Arbeitstag zu machen.
Er scheint zum Spielball der Menschen geworden zu sein: Freizeit, Familientag und Tag des Herrn auf der einen Seite und der Möglichkeit Geschäftstag zu werden.
Der Sonntag scheint in die Krise geraten zu sein. Sicher ist für den Sonntag auch eine Sinnentleerung eingetreten. Aber ist der Sonntag wirklich in eine Krise geraten?
Beim genaueren Hinschauen kann entdeckt werden, dass die Krise zutiefst im Menschen sitzt.
Der Verlust an Lebenssinn und die Auswirkungen einer fortschreitenden Verweltlichung des Menschen sind, glaube ich, die eigentlichen Ursachen der Sonntagskrise. Ein schönes Bild kann das verdeutlichen: Wenn wir Menschen einen immer dichteren Vorhang vor den Himmel ziehen und die Emanzipation von Gott zum Programm erklären, schwindet der Sinn für die Feier des Sonntags, zumal des christlichen Sonntags, immer mehr dahin.

Wir Christen schulden unserer sinnentleerten Welt das Wort der Frohbotschaft.
Darum brauchen wir dringend die Botschaft des Sonntags, wenn Sinn- und Lebensorientierung – auch für den Werktag – wieder zurückgewonnen werden sollen.
„Der Mensch ist falsch und unglücklich allein mit sich selbst. Es gehört der andere Mensch dazu, es gehört die Gemeinschaft dazu, es gehört die Welt dazu und der Dienst an ihr – und es gehört das Ewige dazu. Nein, der Ewige. Es soll die Zeit des theonomen Humanismus (gottbezogene Menschlichkeit) werden…. Es geht nicht ohne ein Minimum von … Transzendens….. (Überschreitung des eigenen Ich‘s auf ein Du, der Zeit zur Ewigkeit, des Menschlichen zum Göttlichen). Der Geist, der Mensch muss über sich selbst hinauswollen, wenn er überhaupt Mensch bleiben will“ (Delp, Alfred: Im Angesicht des Todes. S 128- 129)

Deshalb plädiere ich dafür, die Heiligung des Sonntags nicht zum alten Eisen zu legen. Denn sie dient dem Menschwerden und dem Menschsein- von Gott her und mit Gott und auf Gott hin.
Das Kirchengebot gilt auch heute noch: Du sollst den Sonntag als Tag des Herrn heiligen.

Allen einen heiligen und gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für 27./28.01.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Seit Tagen geht mir dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf.
Der Schrei des Menschen:

Was drückt dieser Schrei aus?

Welche Menschen schreien so laut aus Verzweiflung oder auch aus tiefer Sehnsucht nach einem anderen Leben?
Dieser verzweifelte Schrei entspringt wohl der Erfahrung einer bedrängenden inneren Enge und der äußerlichen Knechtschaft.

Ich vernehme den Schrei der Natur (Unwetter und Katastrophen) als Gegenwehr ihrer Ausbeutung durch die Menschen, Ich vernehme den Schrei der gläubigen Christen, die Angst haben zu sagen, was sie wirklich denken, ich vernehme den Schrei derer, die in Unfreiheit leben, die auf der Flucht sind, die in Zwangslagern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und ausharren müssen.

Ich denke aber auch an die Menschen, die äußerlich in Freiheit leben, in echt aber in Knechtschaft leben. Ich meine die Knechtschaft des Erfolgs, des Gewinns, der Effizienz, des Konsums und des Kapitals, der Sucht (Arbeits-, Alkohol-, Drogen, Spiel- und Sexsucht, Mager- und Fresssucht).

Letztendlich erscheint mir Jesus am Kreuz, der schreit: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen.
Meine Frage ist: Sind alle diese Schreie letztendlich ein Schrei nach dem Sinn des Lebens und damit nach Gott?

Die Urerfahrung der immerwährenden Sehnsucht des Menschen, hat sie hier ihren Ausdruck gefunden?
Änderungen können passieren. Dazu braucht es Mut, denn Mut tut gut, befreit und lässt Wege finden und gehen!

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Februar 2018

Für 03./04.02.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In letzter Zeit bekomme ich aufgrund vieler Gespräche mit jungen Leuten den Eindruck, dass sich in unserer Welt, in unserem Land, immer mehr die Wüste der Hoffnungslosigkeit ausbreitet.
Das ständig innerweltlich erfüllte Glück, die erreichten Erfolge, das ständige Älter - werden, die immer mehr an Versprechungen reiche Medizin, die rasant angewachsenen Kommunikationsmöglichkeiten können offenbar die Wüste der Hoffnungslosigkeit nicht verhindern.

Es muss mehr geben als das unvollkommen von Menschen Gemachte?! Die Menschen haben eine tiefe Sehnsucht nach „Mehr“.

Wie aber kann dieses „Mehr“ gefüllt werden?
Ich glaube, dass wir – auch in der Kirche – viel zu wenig vom Himmel reden, von geschenktem „Leben in Fülle“.
Viele Menschen - und die Zahl scheint zu steigen - haben verlernt, dass wir Gott existentiell brauchen, damit unser Leben gelingt. Wir Menschen haben uns scheinbar daran gewöhnt, dass „wir mit etwas Intelligenz und Arbeit unsere kleinen Hoffnungen auf ein einigermaßen gutes Leben realisieren können.“ Die Hoffnung auf Karriere, auf Gesundheit, auf die Überwindung persönlicher Krisen, die Hoffnung, die Liebe fürs Leben zu finden, die Hoffnung, das Nötigste zum Leben zu haben.

Leider muss ich das sagen, dass immer mehr, u. z. weltweit tragfähige Fundamente wegbrechen: Mobilität, die die Gesellschaften sehr verändert hat, dass man mit einem Beruf im Leben nicht mehr auskommt, ist ein Zweites, Zentralisierung und Fusionen von Betrieben ist wohl die dritte Säule des Wegbrechens.

Und jetzt kommt es auf unzerstörbare christliche Hoffnung an – die Hoffnung auf das ewige Leben.
Wir Christen haben in Grunde nichts anderes zu geben als Jesus Christus. Ich glaube: auf ihn kann man sein Leben bauen – hier und für immer.

Durch ihn ist selbst dem Tod der Stachel genommen. Leben, Verachtung, Misstrauen hat Jesus mit dem Tod eingeschlossen durchlebt. All das hat er mit seiner Auferweckung besiegt.
Darum: Gott verheißt uns eine gute Zukunft.
Und das alles ist gebunden an die Gottes- und Nächstenliebe. So ist diese Hoffnung nicht Vertröstung, sondern ein aktives Leben in Gegenwart und Zukunft. Diese Hoffnung sollte in der Wüste der Hoffnungslosigkeit wiederbelebt werden. Wenn unser Herz von dieser Hoffnung voll ist, reden wir gerne davon.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe Grüße Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für 10./11.02.2018

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Kennen Sie/kennt Ihr diesen Ausspruch: „Ach, heute bin überhaupt nicht inForm“ oder ein Fußballtrainer sagt, der Rechtsaußen ist nicht „Form“. Der eine muss sich selbst aufrappeln und der andere muss trainieren. Diese beiden Aussprüche haben mich auf die Idee gebracht, einmal über uns als Christen oder auch über unsere Kirche nachzudenken.

Ist es nicht so, dass wir als Christen und wir als Kirche aus der Form geraten sind?
Aus der Form geraten: man erkennt einen Christen nicht mehr so richtig. In kaum Etwas unterscheiden wir uns noch von anderen Menschen in unserem Land.

Wir leben Toleranz, die ich oft als Gleichgültigkeit erlebe. Wenn aber alles gleich gültig ist, was ist dann noch besonders wertvoll? Was zeichnet mich dann als Christ noch aus? Die persönliche Beziehung zu Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist.

Und dann die Frage: Was bringt uns Christen wieder in Form, so dass man uns wiedererkennt und von anderen unterscheidet? Wie finde ich die verlorene Beziehung wieder?

Zwei Bücher, die für uns Christen wichtig und hilfreich wären, könnten uns wieder formen und zu unterscheidbaren Christen machen: Die Heilige Schrift und der Katechismus.

Die Heilige Schrift, damit wir wieder Jünger Jesu werden. Wie das geht, können wir von Jesus selbst ablesen. Und eine Trainingsstunde am Sonntag in der Kirche könnte Stütze sein und das Gefühl vermitteln: Du bist nicht allein mit deinem Christsein unterwegs.

Das zweite Buch ist der Katechismus, der uns helfen könnte zu lernen, wie unser Vorfahren durch mehr als 2 Jahrtausenden Christentum gelebt und tradiert haben. Glaubende Gemeinschaft kann man nicht herbei organisieren.

Wir benötigen einen missionarischen Aufbruch.

Das ist die Melodie, die Gott auf seinem Instrument, der Kirche, spielt. Christus hat seine Anhänger nicht zu Kundenbetreuern ernannt, sondern zu Menschenfischern. Aber Fischer, die nie zum Fischen gehen – und nur organisieren – nie draußen auf dem Wasser sind, drohen komische Fischer zu werden.

Oder anders ausgedrückt: Wo man versucht, die Außenstehenden anzuziehen, wird die Kirche auch für diejenigen viel attraktiver, die schon drinnen und da sind.
Papst Franziskus sagt: „Wir müssen missionarisch werden“.

Ein Wort von Alfred Delp kann uns helfen wie wir mit dem Durchhänger, mit Enttäuschungen in der Kirche und mit Zeiten des Zweifels umgehen können: „Wir sind trotz des Geistes, der uns innewohnt, oft so müde und furchtsam, weil wir dem Geist Gottes nicht zutrauen, aus uns etwas zu machen. Wir glauben der eigenen Dürftigkeit mehr als den schöpferischen Impulsen des Herrgotts, der in uns unser Leben mitlebt.“

Lassen wir uns als getaufte Menschen neu von Hl. Schrift und vom Katechismus zu neuen selbstbewussten Christen formen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße Ihr und Euer
Erich Elpers


 

12.02.2018

Polizeipfarrer Erich Elpers zum Tod des Kollegen aus Düsseldorf

Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. In den kuriosesten Situationen ist er gegenwärtig. Das führt der Tod des Düsseldorfer Polizisten wieder erschreckend vor Augen.
Man könnte aber auch sagen: mitten im Tod und Sterben sind wir vom Leben umfangen, das zweifelsohne nicht nur Nettigkeiten, sondern oft auch Unachtsamkeit, Brutalität, Rache, Neid und Eifersucht, Rangelei oder auch unübersehbare Schlägerei jeweils mit dem Tod eines Menschen bereithält.
Wie auch ein Mensch ums Leben kommt, in jedem Fall ist es traurig, bedauerlich.
Wieviele sind wohl davon betroffen: Ehepartner, Kinder, Kollegen und Freunde.
Selbst daraus sollte wir alle lernen:
geht achtsam mit dem Mitnenschen und nehmet die Verantwortung für andere ernsthaft wahr. Viele unnatürliche Todesopfer könnten vermieden werden.

Wir trauen mit der betroffenen Familie unseres Düsseldorfer Kollegen.
Beten sollten wir für beide.


Siehe auch:
Seelsorger im Einsatz
Laut Feuerwehr mussten mehrere Zeugen, die den Unfall beobachtet hatten, durch die Notfallseelsorge betreut werden - darunter auch die beiden Begleiter des Opfers.

WDR Nachrichten vom 12.02.2018, 15:47 Uhr


 

Erster Fastensonntag (18.02.2018)

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

So, jetzt sind die drei tollen Tage vorbei. Am Aschermittwoch gingen viele in die Kirche und dort wurden sie mit dem Aschekreuz bezeichnet.
Das Aschekreuz wurde begleitet mit der Formel:

„Bekehre Dich, und glaube an das Evangelium“!

Wenn ich diese Begleitformel erklären soll, dann ist das für uns Getaufte gar nicht so leicht. Versuchen will ich es mit einem Märchen, das die meisten wohl aus Kindheitstagen kennen: „Die sieben Geißlein.“

Da kann man staunen: Gut. Die Geißlein sollten gehorchen und keinen reinlassen, weil sonst Gefahr droht, die übel werden könnte. Die Mama macht Besorgungen, die Kinder sind allein. So ist es auch mit den Christen: Lasst keinen in euer Glaubensleben einbrechen, sonst könnte es übel ausgehen und du könntest deinen Glauben, die Beziehung zu Jesus Christus, verlieren. (gegenwärtig große Gefahr) Bleibe Christus treu und gehorche ihm, d.h. seiner Frohen Botschaft. Der meint es wirklich gut mit dir, so wie die Mutter es gut meint mit ihren Kindern in dem Märchen.

In dem Märchen kommt dann der Wolf und bittet um Einlass. Die Kinder weisen ihn ab, weil sie gehorsam sind und der Mutter treubleiben wollen.
So geht es den meisten Christen mit dem Evangelium auch. Sie wollen ja eigentlich Jesus und seiner Botschaft treubleiben und der gutmeinenden Botschaft gehorchen.

In dem Märchen kommt er als ein trickreicher Wolf, der seine Pfoten weißmacht und Kreide schluckt, dass die Kinder ihn nicht mehr als Bösewicht erkennen, sondern sein Einschmeicheln lässt die Kinder ungehorsam werden. Der Wolf bricht ein, frisst die Kinder, nur eins rettet sich in einem Versteck, die Standuhr.

Auch im Hinblick auf den Glauben gibt es solche Wölfe, die sich einschmeicheln, verstellen, ein feines Gesicht aufsetzen, gewinnende Sprache benutzen - unmerklich - und versprechen alles Mögliche, das uns Christen wohl guttun soll.

Und oft - meistens spät oder zu spät – erkennen wir, dass wir verführt worden sind und von den Verführungen gefressen werden. Der ein oder andere mag sich retten in einem Versteck wie das kleinste Geißlein und blieb ein bisschen gehorsam.

So würde dann „bekehrt euch“ heißen: reißt euch los von den Krallen des Wolfes, lasst euch von den weltlichen Verführungen nicht fressen, kehrt zu eurer Freiheit zurück und erkennt, dass nur die Richtung des Evangeliums und der Glaube daran es wirklich gut mit euch meint. Übrigens der Wolf kann unglaublich viele Namen haben und in tollen Erlebnissen verborgen anwesend sein.

Allen einen gesegneten ersten Fastensonntag und eine wachsame gelungene erste Fastenwoche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers

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Zweiter Fastensonntag (25.02.2018)

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Selten wird von der Allgemeinheit eine Enzyklika unseres Papstes gelesen und ins Bewusstsein gebracht. Deshalb heute einmal einen Text aus der wunderbaren Enzyklika „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus.
Es geht um Demut und Gnade in der Liebe.

AL 98 „Es ist wichtig, dass die Christen leben in der Art, wie sie diejenigen Angehörigen behandeln, die im Glauben wenig gebildet, schwach oder in ihren Überzeugungen weniger gefestigt sind. 
Manchmal geschieht das Gegenteil: Die vermeintlich Größten in ihren Familien werden unerträglich arrogant. Die Haltung der Demut erscheint hier als etwas, das Teil der Liebe ist, denn um die anderen von Herzen verstehen, sie entschuldigen oder ihnen dienen zu können, ist es unerlässlich, den Stolz zu heilen und die Demut zu pflegen.

Jesus erinnert seine Jünger daran, dass in der Welt der Macht jeder danach trachtet, den anderen zu beherrschen, und darum sagt er ihnen: „Bei euch soll es nicht so sein“ (Mt 20,26).

Die Logik der christlichen Liebe ist nicht die Mentalität dessen, der sich den anderen überlegen fühlt und es nötig hat, sie seine Macht spüren zu lassen, sondern „wer unter euch der Größte sein will, soll euer Diener sein“ (Mt 20,27).

Im Familienleben darf nicht die Logik der Herrschaft der einen über die anderen regieren oder der Wettbewerb, um zu sehen, wer der Intelligenteste oder der Mächtigste ist, denn diese Logik endet mit der Liebe.

Auch für die Familie gilt dieser Rat:
„Ihr alle aber sollt einander in Demut begegnen; denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber gibt er Gnade“ (1 Petr 5,5).

Allen einen gesegneten 2. Fastensonntag und 
eine besinnliche 2. Fastenwoche.

Liebe Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers

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