Katholische Polizeiseelsorge NRW 

Briefe/Sonntagsgedanken - 2017

Für Neujahr 2018

 

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In den letzten Tagen des alten Jahres machen viele Menschen eine Bilanz des Jahres 2017.
Es wird festgestellt wie hoch der Gewinn oder auch der Verlust des letzten Jahres war. Manche machen auch Inventur, eine Bestandsaufnahme. Dabei werden Entdeckungen gemacht wie die Kalkulationen gewesen sind, und es wird überlegt, was anders geplant werden muss. Finanzbilanzen werden gemacht, um den Stand und die Lage des Betriebes festzustellen.
Das geschieht bei großen Betrieben, das macht man in kleinen Betrieben, vielleicht auch bei Familien, oder es machen auch Einzelpersonen.

Eine andere Bilanz mache ich:
Der Frage gehe ich nach: Wie hat sich meine Beziehung zu Gott im letzten Jahr dargestellt. Sind kleine Götter bei mir eingezogen und haben den großen Gott des Lebens verdrängt? Kann ich noch ehrlich beten: „Ich will dich lieben meine Stärke“. Hat Gott in meinem Herzen noch ein Plätzchen oder ist es voll besetzt?

Eine andere Frage wäre: Bin ich meiner Berufung als Christ treu geblieben und bin ich Jesus nachgefolgt im Umgang mit den Menschen, die mir begegnet sind? Wie hat sich meine Berufung im letzten Jahr entwickelt? Habe ich genügend daran gearbeitet?

Die äußerliche Bilanz mag stimmen aber wie ist es mit der inneren Bilanz?

Was muss ich in Zukunft tun, damit mein Vertrauen zu Gott, zu Jesus Christus wächst?
Welche falschen Götter muss ich weglassen, damit meine Liebe zu dem lebendigen Gott neu erstarken kann?

Im Neuen Jahr könnten wir damit anfangen: das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Denn wenn das Unwichtige schon nicht mehr eine so große Rolle spielen würde, dann hätte vielleicht Gott eine Chance, mein Herz zu erreichen! Ganz kleine Schritte genügen; denn wir können wissen, Gott bleibt uns treu.
Diese Treueerfahrung mit Gott unter seinem Segen wünschen ich allen für das Neue Jahr 2018.
Der treue Gott segne uns alle.

Liebe herzliche Neujahrsgrüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für den 4. Advent

 

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Der Advent ist bald vorbei. Hoffentlich haben sich alle entsprechend auf das Geburtsfest Jesu vorbereitet: in Ruhe und Gelassenheit, in Besinnung und Freude, damit Jesus auch im Herzen ankommen kann.

Mein Freund John K. Lubega aus Uganda hat mir dieses Bild geschickt.

Darauf hat der die Bemerkung geschrieben: Zwei alte Leute erwarten Jesus in der Gestalt des Brotes (die hl. Kommunion). In der Erwartung des Heiligen haben sie die Haustür geschmückt mit den bescheidenen Möglichkeiten, die ihnen gegeben sind: Blätterbäumchen verziert mit Blumen. Sie sollen die Erwartung ausdrücken und gleichzeitig eine herzliche Begrüßung symbolisieren. Dazu die Freude, dass sie in der Hl. Kommunion zur Gemeinschaft mit Jesus Christus gehören und zugleich die Gemeinschaft mit der ganzen Gemeinde erfahren dürfen. Ihr gehört dazu.

Zwei Gedanken sind mir dabei gekommen:
Das Weihnachtsfest gehört für uns Christen zum Hochheiligen. Mir ist deshalb die Begegnung mit dem der da ist und der kommen wird ein heiliges Ereignis, sehr wichtig, und es sagt mir, dass diese Begegnung jeden Tag passiert, wenn ich bete, wenn ich zum Gottesdienst gehe und wenn ich im anderen Menschen das Ebenbild Gottes erkenne und erleben darf.
Für diese Begegnung darf ich - wie diese alten Menschen in Uganda ihren Hauseingang - mein Herz öffnen und mit Bereitschaft und Freude, Hoffnung und Zuversicht schmücken.

Der 4. Advent kann dafür noch genutzt werden. Das wünsche ich uns allen.

Allen einen Gesegneten 4. Advent.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für den 3. Advent (17.12.2017)

 

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Advent ist die Zeit der Ankunft.
Das bedeutet, dass Gott in Jesus Christus bei mir ankommen will, es bedeutet aber auch, dass ich als Mensch bei Gott ankommen will.

Meine Beobachtung ist, dass jeder von uns bei anderen Menschen ankommen, akzeptiert und geliebt werden will. Und wenn wir hier eine positive Erfahrung machen, dann sind wir sehr zu frieden.
Wenn das so ist, warum wollen wir dann nicht bei Gott ankommen?
Oder wie kann das geschehen, bei Gott ankommen?

Um beim Menschen anzukommen, machen wir oft größte Anstrengungen, geben uns viel Mühe oft verbunden mit dem allergrößten Aufwand. All das erwartet Gott nicht von uns, jedenfalls nicht in materieller Hinsicht.

Wer bei Gott, der uns durch Jesus Christus nahegekommen ist, ankommen wir, der sollte sich bewusstwerden, dass er auf den Namen Jesus Christus getauft ist; gesalbt zum Priester, Propheten und König.

Das bei Gott ankommen äußert sich dann in der priesterlichen
Sorge um die Mitmenschen im Kleinen wie im Großen.
Sensibel müsste jeder von uns sein oder werden für die Nöte und Sorgen der Menschen, für die seelischen, die sozialen Nöte und existentiellen Ängste. Wachsam und aufmerksam im Umgang mit dem anderen.

Als Propheten könnte unser Leben neue Qualität gewinnen.
Nicht, dass wir etwas voraussagen könnten, nein, dass wir uns als Gesalbte (Christen) gegenseitig helfen mit dem Lebenswissen der Heiligen Schrift, positiv Leben zu gestalten. Dazu käme, sich mutig zu Jesus Christus zu bekennen.
Schließlich gehören wir als Gesalbte zu ihm und leben, mit ihm durch ihn und in ihm.

Mit Jesus Christus sind wir zu Königen gesalbt im Königreich Gottes, einem Reich, das nicht von dieser Welt ist, aber in dieser Welt Zeugnis geben soll von diesem Königtum und Königreich.
Der Herrschaftsanspruch in diesem Reich ist Dienst, Nächstenliebe, Sanftmut, Geduld, herzliches Erbarmen, Geschichtsbewusstsein, Fortschrittswille und vor allem ein Wille zur Versöhnung.

Dann können wir alle uns einander zurufen: Freuet euch zu jeder Zeit im Herrn.

Das wäre eine kleine Möglichkeit, bei Gott anzukommen.


Allen einen gesegneten 3. Advent und eine gelungene sowie besinnliche Adventswoche.
Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers
17.12.2017


 

Für den 9./10. Dezember 2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In den Bardeler Adventsmeditationen gefunden und für wichtig erachtet:
„In einer kleinen Erzählung aus dem Islam heißt es: Die Tiere hielten Versammlung und beklagten sich über die Menschen, die ihnen immer Dinge wegnahmen.
„Sie nehmen meine Milch.“ sagte die Kuh.
„S nehmen meiner Eier“, sagte die Henne.
„Sie nehmen mein Fleisch als Schinken“, sagte das Schwein.
„Sie jagen mich wegen meines Öls“, sagte der Wal.
Schließlich sprach die Schnecke:

„Ich habe etwas, das sie mir sicher wegnehmen würden, wenn sie könnten,
Etwas, das sie mehr begehren als alles andere:
ICH HABE ZEIT.“

 

Wir haben keine Zeit, sagen wir; oder wir denken es; oder wir reden es uns zumindest ein. Zeit ist schließlich wertvoll, Zeit ist Geld.
Und wir wollen daher keine Zeit untätig oder sinnlos vergeuden.
Und doch kann man sich Zeit nehmen für Dinge, die zwar auf dem ersten Blick nichts „einbringen“, die aber dennoch das Leben bereichern:
Alten und Kranken ganz bewusst Zeit schenken
Sich Zeit nehmen, um mit Kindern zu spielen
Sich viel Zeit nehmen, um jemandem einfach zuzuhören
Sich auch mal Zeit nehmen für das belanglose Gespräch
Sich Zeit nehmen, um über mein eigenes Leben nachzudenken
Sich Zeit nehmen für die Erholung
Sich Zeit nehmen für das Beten
Sich Zeit nehmen für den Gottesdienst.

Mit all diesen Dingen schlagen wir die Zeit nicht tot. Diese Dinge sind mit Geld nicht zu bezahlen, sie sind Gold wert. In diesem Sinne bringt gut genutzte Zeit nicht mehr Geld, sondern sie bringt viel mehr; Sie bringt mehr Leben.

Allen einen gut gelebten 2. Advent und eine mit richtigem Leben erfüllte Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für den 02./03. Dezember 2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Wir haben nun wieder Advent. Eine Zeit der Hektik und vielleicht des Kaufrausches liegt vor uns. Äußerlich muss zu Weihachten alles stimmen. Schließlich steuern wir auf das Fest der Liebe zu. Und diese Liebe muss auf jeden Fall gezeigt werden. Ich möchte doch dem Beschenkten gefallen und vielleicht mit ihm wieder in Frieden leben. Ein Geschenk als Zeichen der Versöhnung? So bereiten sich alle Menschen – Gläubige wie Ungläubige - auf Weihnachten vor, obwohl es schon viele in unserer Gesellschaft gibt, die gar nicht mehr wissen, was Weihnachten bedeutet.

Und da fällt mir eine wunderbare Gestalt aus der Bibel ein, die mutig auftritt und uns zuruft: „Ändert Euer Denken.“
Dieser Johannes der Täufer hat wirklich Mut. Und offensichtlich musste damals vor mehr als 2100 Jahren auch schon einer rufen: „Ändert Euer Denken“.

Hat sich eigentlich etwas seitdem geändert?

Das könnte heute bedeuten:
Feiert kein Konsumfest, sondern denkt um und feiert die Geburt Jesu.
Feiert den Einbruch der Ewigkeit in die vergängliche Zeit. Feiert die Liebe Gottes zu den Menschen.

Und das könnte heißen:
Rückt den Menschen wieder in die Mitte eures Denkens und Handelns.
Lasst ab von dem Denken, das nur Gewinn und Mehrung der Macht im Sinn hat.
Macht den Menschen nicht zur Handelsware.
Bemüht euch darum, dass Menschen die Fähigkeit erlangen, einander auf Augenhöhe zu begegnen.

Das alles hat oft mit Verzicht zu tun und Einsicht, dass das Haus der Schöpfung allen Menschen gehört.
Kehrt um zur Solidarität und Subsidiarität.

Bemüht euch um ein menschenfreundliches Leben auf der ganzen Welt.
Und wenn es auch Illusion zu sein scheint, die Sehnsucht nach einer menschenfreundlichen Welt bringt vieles in Bewegung und lässt uns Menschen wichtige Schritte tun.

Was sagt ein chinesisches Sprichwort: „Von viertausend Schritten ist der erste der Wichtigste.“

Und wenn es dann noch bei dem einsamen Rufer in der Wüste heißt: „Bereitet dem Herrn den Weg“, dann kann für die Menschheit in dem ersten Schritt bereits eine Änderung des Denkens beginnen und die Wegbereitung für Gottes Liebe, die in Jesus Christus Gestalt angenommen hat.

Allen einen gesegneten 1. Advent und eine besinnliche Adventswoche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für 25./26.11.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen.

 

Ein wahrhaft großer Preis: Eine Geschichte, die zum Ende des Kirchenjahres wunderbar passt:

Stell dir vor…
Du hast bei einem Wettbewerb den folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen stellt dir die Bank 86.400 € auf deinem Bankkonto zur Verfügung.
Doch dieses Spiel hat gewisse Regeln.

Die erste Regel lautet: Alles, was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen, du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst das Geld nur ausgeben.
Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, stellt die die Bank erneut 86.400 € für den kommenden Tag auf deinem Konto zur Verfügung.

Die zweite Regel ist: Die Bank kann das Spiel ohne Warnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei, das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues mehr.

Was würdest du tun? Du würdest die alles kaufen, was du möchtest? Nicht nur für dich selbst, auch für alle anderen Menschen, die du liebst?
In jedem Fall aber würdest du versuchen, jeden Cent so auszugeben, dass du ihn möglichst nutzt und so viele Menschen, die du liebst, glücklich zu machen, oder?
Weißt du, dieses Spiel ist Realität!!!!!!!

Jeder von uns hat so eine Bank.

Wir sehen sie nur nicht, denn die Bank ist die Zeit. Es ist die Lebensbank. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt, und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren. Gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung.

Also lebe dein Leben, trage deine Werte in Dir, lebe dein Leben mit Herz.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Bitte vormerken!
Ab Freitag vor dem ersten Advent;
Mit Groß und Klein durch den Advent

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Polizei!

Wer kennt das nicht?: Jedes Jahr ist die „Vor-Weihnachtszeit“ dermaßen vollgestopft mit Terminen wie Weihnachtsfeiern, Nikolausfeiern usw. …, dass alle froh sind, wenn endlich Weihnachten ist, der Stress ein Ende hat und wir den ganzen Rummel endlich abhaken können.

Dabei ist der Advent - die Zeit, in der wir uns vorbereiten können auf das Weihnachtsfest - eigentlich eine wundervolle Zeit, in der wir zur Ruhe kommen können, in der wir wieder Zeit finden können für uns selbst und unsere Familie.

Von Karl Valentin stammt der schöne Satz: „Morgen besuch‘ ich mich mal. Mal sehen, vielleicht bin ich ja zu Hause.“
Damit Christus zur Welt kommen kann – auch durch uns -, müssen wir „zu Hause“ sein, zur Ruhe kommen, gerade auch im Rahmen der Familie.

Aus diesem Grund bieten wir auch in diesem Jahr den „Familienadvent“, hier auf unseren Internetseiten.

Keine Angst! Keinen zusätzlichen Stress, keine zusätzlichen Termine, denn es geht ganz einfach:
Immer am Freitag vor den Adventssonntagen stelle ich einen Brief für Sie auf der Website der katholischen Polizeiseelsorge NRW ein mit einer Fortsetzungsgeschichte, die übrigens in diesem Jahr von Heldinnen handelt, mit Texten für Jung und Alt zum Vorlesen oder Selberlesen, mit dem Angebot, gemeinsam mit Ihren Kindern zu backen für Weihnachten.

Es soll einfach eine Einladung sein, sich und Ihren Kindern, Ihrer Familie eine gemeinsame Zeit zu gönnen, in der Sie sich gemeinsam auf Weihnachten freuen und vorbereiten können.
Wann Sie das machen, ob Sie es machen und wie Sie es machen, bleibt Ihnen völlig überlassen.
Es soll eben nicht in Stress ausarten!

Herzliche Grüße Ihre Polizeiseelsorge!


 

Für 18./19.11.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Einen Apfel will ich schälen, es fehlt das Messer, einen Brief will ich öffnen, es fehlt das Messer, eine Kartoffel will schneiden, es fehlt das Messer, ein Paket muss ich öffnen, es fehlt das Messer, Zeitungsartikel will sich ausschneiden, es fehlt das Messer.
Immer und immer muss ich das Messer suchen; denn es liegt nie an der Stelle, an der ich es gerade gebrauchen müsste.
Wut beschleicht mich, Unzufriedenheit überfällt mich, weil ich nur suchen muss.
Meine Überlegung: Was ist zu tun, damit die elende Sucherei endlich aufhören kann.
Kurzentschlossen kaufe ich mir bei einem Baumarkt 10 Messer und lege sie dahin, wo mal schnell eins gebraucht wird.
Erstaunt bin ich, denn es klappt, die Messer sind an den entsprechenden Gebrauchsstellen da. Das erleichtert und beruhigt.
Einiges an Ärger und Zeit werden mir erspart.

Da dachte ich mir, was ein Glück für meine Beziehung zu Gott. Wie bei den Messer benötige ich keinen strategischen Standplatz.
Anders als bei den Messern: Gott ist immer da, wo ich ihn brauche und nötig habe.
Egal ob im Haus, im Garten, auf der Straße, in der Küche oder im Keller.
Gott ist überall sofort da.
Welch ein Glück, dass ich in einer solchen allgegenwärtigen Geborgenheit leben, arbeiten und schlafen darf.
Gott, Danke für dein Allerorts-Dasein.


Allen einen gesegneten Sonntag und gelungene Woche.

Lebet alle in dieser allgegenwärtigen Existenz Gottes.


Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für 11./12.11.2017

 

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Viele Fragen treiben Menschen um: Eine ist diese: Warum leiden viele Menschen an der sogenannten Midlife-Crisis?

Da wird so manch einer mit dem Älterwerden nicht fertig und leidet oft still vor sich hin. Und so richtige Antworten finden wir kaum. Das war der Grund, warum ich mich auch mit dieser Frage beschäftigt habe.

Wann tritt diese Midlife-Crise wohl am meisten auf: Sie beschreibt die Mitte des Lebens. Bei genauem Hinsehen heißt das:  Das Leben hat unwiderruflich ein Ende. An ein Leben nach diesem kann oder will nicht geglaubt werden. Wenn ernsthaft daran geglaubt würde, könnte es keine Midlife-Crisis geben.

Durch den christlichen Glauben verkündet, hat das Leben Ewigkeitscharakter. Ich darf auf eine Neuschöpfung hoffen.

Dieses Leben ist hier nur ein Übergang zum ewigen Leben. Das Reich dieses Lebens ist nicht von dieser Welt und deshalb kommt es wohl auch nicht darauf an, in diesem Leben allein glücklich zu leben.  Wir sollen lieben, dann werden wir es leichter hinnehmen können, wenn es mit uns abwärtsgeht. Auch wenn wir von dieser Welt verschwinden; wir können wissen, dass das ewige Leben auf uns wartet oder, wie in anderen Religionen, eine ganze Kette von neuen Leben, müssen wir uns nicht sorgen um unser Leben jetzt.

Dass diese Krise heute besonders auftritt, wird vielleicht durch den Verlust des Glaubens begünstigt – ungefähr so, wie durch die Erderwärmung manche Arten plötzlich dort auftauchen, wo man sie nicht erwartet.

Der Glaube sorgt für ein leichtes Leben, wenn wir es denn mit der Hoffnung, ein ewiges Leben geschenkt zu bekommen, zulassen.

Kommt Sie oder kommt Ihr gut durch die Lebenskrisen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für 04./05.11.2017

Hallo Ihr Lieben !

Allen Gruß und Segen!

Es ist wunderbar zu sehen, dass in diesen Tagen sehr viele Menschen auf die Friedhöfe gehen, um ihre Verstorbenen zu besuchen und zu ehren.

Sie werden sich erinnern an die Erlebnisse – positive wie negative - , die sie mit den Verstorbenen gehabt haben. Sicher werden sie ihnen ihre Sorgen und Nöte erzählen, die Hoffnungen und Zuversicht nicht ausgespart und die Dankbarkeit, die aus dem gemeinsamen Leben erwachsen ist, nicht vergessen haben. 

Als Zeichen der Liebe und Zuwendung werden Blumen und Kränze, die gut geschmückt sind, auf die Gräber gelegt. Sie drücken die tiefe Verbundenheit aus, vielleicht auch Trauer und Sehnsucht nach den vergangen schönen gemeinsamen Jahren.

Ja, das Grab ist der Ort, an den jeder trauern kann, an dem jeder mit der göttlichsten unserer Fähigkeiten der Erinnerungen und das Leben lebendig halten kann. Möglicherweise auch ein Ort, an dem Unverständnis und Wut auf Gott zum Ausdruck gebracht wird.  Der Friedhof ist der Ort voller Leben.

So manch einer wird sicher auch mit den Fragen gequält: Werde ich den lieben Verstorbenen wiedersehen? Kann ich die Botschaft Jesu, der das ewige Leben schenken will, glauben? Ist diese Botschaft auch für mich der Grund meiner Hoffnungen? Sind wir wohl wirklich miteinander versöhnt, ist diese Versöhnung aus der Kraft des Evangeliums wohl erwachsen? Fragen über Fragen!

Die meisten zünden eine Kerze an und stellen diese auf das Grab. Zeichen von Trost und Hoffnung. Diese Kerzen kann an Ostern erinnern, kann eine Verbindung schaffen mit dem Licht des Ewigen in der Kirche vor dem Tabernakel. Sie ist ein Zeichen des Glaubens an und der Hoffnung auf die Auferstehung.  In der Dunkelheit am Abend, wenn man über den Friedhof geht, brennen unglaublich viele Lichter des Ewigen. Ausdruck der Sehnsucht von uns Menschen. Es kann doch nicht alles umsonst gewesen sein? !!!!!!

In den Gottesdiensten werden die Namen der Verstorbenen genannt und anschließend die Gräber mit Wasser gesegnet. Das erinnert an die Taufe und daran, dass die Namen unwiderruflich im Buch des Lebens, d.h. bei Gott verzeichnet sind.

So können Friedhöfe Orte der Begegnung mit den Verstorbenen, Orte des Glaubens und der Hoffnung sein. Sie sind der Ort, an dem sich die sichtbare Welt mit der Unsichtbaren verknüpfen lassen, Zeichen der Gemeinschaft der Lebenden mit den Verstorbenen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für Sonntag, 29.10.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Immer wieder höre ich, dass wir unsere christliche Kultur bewahren und verteidigen müssten. Da kommen Fragen: Was ist das eigentlich christliche Kultur?

Ist es, dass sich Christen immer mehr von der Gemeinschaft der Kirchen abwenden? Ist es, dass bei den Mahlzeiten nicht mehr gebetet wird? Ist es, dass das Bekenntnis zu Christus, dem Urheber der christlichen Kultur, immer leiser und unauffälliger wird?

Was verteidigen wir denn?

Die christliche Botschaft hatte einmal eine starke Kraft in der Gestaltung unserer Gesellschaft: ich denke an die christliche Soziallehre mit ihrer sozialen Marktwirtschaft, ich denke an die Moral und Ethik, die unser Leben in Deutschland und möglicherweise auch in Europa entscheidend mitbestimmt hat.

Dann zog die Moderne ein: ein Leben ohne Gott, Amtseide ohne „So wahr mir Gott helfe“, da werden Filme gezeigt in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, bei denen ein Ehebruch wie ein Kavaliersdelikt erscheint, da fehlt der uneingeschränkte Einsatz für das Leben am Anfang und am Ende des menschlichen Daseins.

Zeigt sich modern die christliche Kultur darin, dass der Mensch sich selbst zu Maßstab aller Dinge macht?

Ich glaube nicht, dass darin die christliche Kultur besteht, eher das Gegenteil: Der Mensch richtet sich und seine Gesellschafft zugrunde.

Mit diesen Gedanken will ich keineswegs zum Ausdruck bringen, dass es in unserem Land keine christliche Kultur mehr gibt, sie wird  - wie mir scheint - immer geringer.

Denken, dass mir letztendlich alles geschenkt ist, könnte eine Wende bedeuten, denken, dass ein Leben ohne Nächstenliebe sinnlos ist, könnte die christliche Kultur neu zum Leben erwecken! Wissen, dass der Mensch niemals Maß aller Dinge sein kann, könnte Gott wieder mehr ins Spiel bringen.

Das, glaube ich, lohnt sich zu verteidigen.
Allerdings: Die beste Verteidigung der christlichen Kultur ist das Christentum leben.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer     Erich Elpers


 

Für Sonntag, 22.10.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Nun ist die wunderbare Israelreise schon vorbei. Viele herrliche Eindrücke haben sich eingebrannt und werden wohl noch lange nachwirken. Es ist schon ein herausragendes Erlebnis, das Heilige Land als 5. Evangelium erleben zu dürfen.

Die Umgebung und die vielen Menschen haben mir erneut gezeigt, dass es doch nicht immer leicht ist, sich öffentlich zum christlichen Glauben zu bekennen. Und ich meine, dass wir gerade in unseren Tagen – weil die Anfeindungen, die Bedrohungen und Gewaltanwendungen gegen Christen immer stärker werden – aufgefordert sein müssten, deutlich unseren Glauben zu bekennen.

Viele Vorbilder sind uns geschenkt, die als Ermutigung dienen könnten, dass auch wir mutig sagen können, wer wir sind. Gerade in unserer Zeit – ob in Israel oder in Europa – brauchen wir konsequente und mutige Zeugen für die Frohmachende Botschaft.

Viele Menschen in unserer Kirchengeschichte haben uns in Zeiten der Christenverfolgung vorgemacht, wie man auch in der Lebensbedrohung zu Christus stehen kann. Warum war Christus diesen Menschen so wertvoll. Was ist uns in unseren Tagen verlorengegangen?

Wenn ich z. B. an Ignatius von Antiochien denke, dessen Namenstag wir in diesen Tagen gefeiert haben, der noch aus dem Gefängnis ermutigende Briefe geschrieben hat und seinen Mitchristen dringend bat, doch unbeirrt festzuhalten an der christlichen Botschaft und des daraus erwachsenden Lebensmutes – trotz aller Widrigkeiten.

Oder wenn ich an den Apostel Paulus denke, der aus dem Gefängnis schrieb: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.“

Warum schämen sich heute so viele Menschen, dass sie Christen sind. Die Kirche wird immer eine sündige und zugleich eine heilige Kirche bleiben. Trifft nicht auch auf uns zu, was die Schrift sagt: „Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ (Trete aus). Ich bin für mich dankbar, dass ich in diesen Tagen neu die Erkenntnis gewonnen habe.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe Grüße Ihr und Euer      

Erich Elpers


 

Für Sonntag, 08.10.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Eine für den Augenblick letzte Überlegung in Sachen Taufe: Es ist eine Frage, wie lernt der Mensch das Leben. In der Regel nehmen Eltern ihr Kind an die Hand und begleiten und führen das Kind Schritt für Schritt in das Leben ein. Durch Nachahmen geschieht es meistens. Und Kinder finden es richtig und gut, was die Eltern ihnen vormachen und merken, dass das auch den Eltern wichtig ist. Die Einführung in den Glauben ist da nicht ausgeschlossen. Wenn Eltern das für sich wichtig finden, dann lernt das Kind Glauben durch Mitglauben.

Später kommt die Phase, dass alles, was Eltern tun, nicht mehr einfach angenommen und nachgetan wird. Kritisch wird hinterfragt, sich mit anderen auseinandergesetzt, vielleicht sogar alles über Bord geworfen, was die Eltern redlich vorgelebt haben. Die Eltern sollten mutig mit den Kindern diskutieren, die eigenen Erfahrungen der Kinder ernstnehmen und mitnehmen in die mögliche Entscheidungshilfe. Sie sollten sich hüten vor Besserwisserei; denn in den Schulen und vor allem im Religionsunterricht bekommen die Kinder dieselben Inhalte mit neuen Methoden breigebracht. Da können schon mal Missverständnisse auftauchen, die zu negativen Auswirkungen führen.

Und wenn Eltern aus der Institution Kirche ausgetreten sind, dann sollten sie mutig ihren Kindern die Gründe mitteilen, nichts verschweigen, möglicherweise sich auch die Gegenargumente der Kinder anhören, um der Redlichkeit willen. Es ist ja nicht verkehrt, wenn Eltern von den eigenen Kindern etwas lernen. Vor allem sollte auch deutlich gemacht werden, dass die Kirche eine Kirche von Heiligen und zu gleich von Sündern ist. Alles Menschenmögliche kann in der Kirche vorkommen. Man sollte vielleicht auch bedenken, dass der heilig ist, durch den man es leichter hat, an Gott zu glauben.

Durch alle Auseinandersetzungen hindurch können Kinder dann zu einem selbständigen Glauben kommen. Die selbständig Glaubenden dürfen zwei Brüder in sich spüren: Den Glauben und den Zweifel. Viele Fragen selbstverständlich, damit der Lebens- und Glaubenshorizont erweitert wird. Schlichtes Für-wahr-halten ist einfach zu wenig. Wenn kleine Kinder ohne eigene Entscheidung getauft werden, dann müssten sie mit Hilfe von Eltern, Paten oder anderen Erwachsenen Gläubigen oder vielleicht auch Ungläubigen zum eigenen entschieden Glauben kommen. Menschen sollten entschieden leben.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Jetzt habe ich das Glück mit der Kolpingsfamilie Riesenbeck, nach Israel fahren zu dürfen. Eine Woche gibt es deshalb keine Sonntagsgedanken.

 

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für 01.10.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Und hier noch einmal das Thema Taufe: Die Taufe ist historisch eigentlich eine Handlung, die an Erwachsenen vollzogen wurde, denn ihr ging feine längere Unterweisungs- und Prüfungszeit voraus.  Erwachsene mussten oder konnten sich bewerben und mussten von der Gemeinde angenommen werden. Es war also nicht so ganz einfach, in das Katechumenat (Vorbereitungszeit auf die Taufe/ heute eher nahgeholte Vorbereitungszeit, damit die Firmung nicht Ende, sondern aktiver Anfang des Glaubenslebens sei)  aufgenommen zu werden, um sich in der der Gemeinde oder der Hauskirche auf die Taufe vorzubereiten. Wenn jemand dazu kam, musste er „eingeschult“ werden. Dann kam die Betreuung, die hohe Verantwortung mit sich brachte.  Verantwortung dafür, dass der bzw. die „Neue“ die Inhalte richtig erfasste und wusste, worauf er oder sie sich mit der Taufe einlassen würde. Der Betreuer musste für den Bewerber bürgen. Ansonsten war die Gefahr groß, dass ein Denunziant die Gemeinde oder die Hauskirche in Gefahr brachte. Christen waren wegen ihrer Einstellung nicht gerade beliebt. Oft lauerte seitens der Machthaber für die Christen Lebensgefahr. Der Bürge übernahm dann auch nach der Taufe zumindest für eine Zeit lang die spirituelle Begleitung des Neugetauften und stand ihm zur Seite. Hier liegen auch die Anfänge des Patenamtes.

Dann kam die Kindertaufe, weil eine große Angst herrschte, dass Kinder ungetauft sterben würden. Ob das richtig war, kann befragt werden.

Weil die Taufe gespendet wurde zur Vergebung der Sünden, ist die Angst vor Verderben geradezu verständlich. Wer hat schon früher die Taufe verstanden als unwiderrufliches Zeichen der Heilszusage Gottes. Nicht vergessen dürfen wir aber, dass die Erwachsenentaufe verbunden war mit einem ehrlichen Sinneswandel. „Ändert Euer Denken“. Alle diese Inhalte haben auch heute noch Bedeutung: Die Eltern und Paten hätten die Aufgabe, den Kindern zu helfen, wenn sie getauft sind, zu einer ordentlichen Lebensentscheidung zu kommen, die ohne Zweifel auch mit einer Sinnesänderung einhergehen kann. Immer und immer wieder.

Wenn auch die Verderbensangst weitgehend verschwunden ist, so bleibt doch die Aufgabe aller Getauften, dafür zu sorgen, dass die Barmherzigkeit in unserer Welt lebendig wird und bleibt.

Siehe als Beispiel auch die Flüchtlingsfrage in unserer Zeit. Wir haben keine Flüchtlingskrise, nein wir haben eine Gesinnungskrise. Taufe hat eben auch mit Änderung zu tun bei Erwachsenen in Eigenverantwortung und bei Kindern mit der entsprechenden Hilfe durch die Eltern, Paten und Gemeinde zu einer bibelorientierten Lebensgestaltung zu kommen.

Viel Freude bei der Diskussion.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für Sonntag, 24.09.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

Noch ein Wort zur Taufe:  Oft sagen Eltern: „Unser Kind soll später selbst entscheiden.“ Das spricht für eine hohe Verantwortung für das Kind und hat zur Folge, dass das Kind sich tatsächlich mit der Frage der Taufe und der dazugehörigen Glaubensgemeinschaft auseinandersetzen muss. Das bedarf einer intensiven Kenntnis der vielen Möglichkeiten, die auf dem Markt der möglichen Religionen zu finden sind: Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, Pfingstbewegung etc.

Die Verantwortung liegt jedoch nicht nur beim Kind, sondern auch bei den Eltern; denn die Eltern müssten dafür sorgen, dass das Kind auch die nötigen Informationen erhält, damit es sich ehrlich und ernsthaft entscheiden kann. Nichts ist schlimmer, als wenn jemand entscheiden soll, ohne die notwendigen Kenntnisse zu haben. Das ist von vornherein ein riskantes Spiel.

Betrachten wir Religion als eine sprachliche Lebensäußerung eines Menschen:

Ich hätte gern Französisch als Muttersprache gehabt. Leider konnte meine Mutter nur Deutsch. Deshalb konnte sie mir auch nur Deutsch beibringen. Dankenswerterweise.

Meine Mutter war eine kritische katholische Christin, nicht nur auswendiggelernte Frömmigkeit gehörte zu ihr.

Sie hat uns Kinder immer ermahnt und ermutigt, einen gesunden Zweifel zu pflegen. Sie konnte uns aber nur das Christentum beibringen. Gott sein Dank sind wir alle dabeigeblieben. Erkennen mussten wir, dass unsere Mutter uns nur das Christentum nahebringen konnte. Eines ist dabei herausgekommen: Wir wussten wenigstens wofür oder wogegen wir uns hätten entscheiden können oder sollen.

Wenn eine Entscheidung fallen soll, dann sollten wir wenigstens wissen, um was es geht, oder wofür oder wogegen eine Entscheidung fallen soll.

Taufe ist ein Sakrament, das eine Entscheidung nach sich zieht, weil Menschen auch religiös entschieden leben sollten. Nichts ist schlimmer als wenn man in einer indifferenten Situation leben muss. Einer, der sich dem Christentum zu leben entschlossen hat, sollte schon wissen: Credo bedeutet: ich verschenke mein Herz an Gott, der uns durch Jesus Christus offenbart worden ist. Oder anders ausgedrückt: ich glaube an Gott, ich überlasse mich ihm, ich lege mein Leben in seine Hand. Das heißt auch: ich glaube die Kirche, (Gemeinschaft der Glaubenden) als Mittel, als Weg zum Ziel. Das A und O des Glaubens ist allein der dreieinige Gott.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche. 

Liebe Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für Sonntag, 17.09.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!!

Erich Guntli hat einen wunderbaren Anstoß zur Diskussion gegeben. Auf Grund vieler Reaktionen hier noch einige Gedanken, die den Blickwinkel erweitern oder gar verändern können.

Wenn durch die Taufe die Aufnahme in den Leib Christi, in die Kirche bedeutet, dann hat das auch Konsequenzen, die mindestens bedenkenswert sind. Taufen: Einmal kann das heißen: Aufnahme in die Institution Kirche mit ihrer derzeitigen Verfasstheit. Es kann auch heißen: Aufnahme in die sakramentale Kirche, die die Gemeinschaft im Glauben beschreibt und in der Nachfolge Jesu besteht. Da wird mit dem Lebenswissen der Hl. Schrift Leben und Gesellschaft gestaltet. Hier ist das Reich Gottes gemeint, das eher ein Kontrastprogramm in unserer Gesellschaft sein kann. Reich Gottes ist aber nicht mit Einzelnachfolge zu gestalten, sondern das ist eben auch an Gemeinschaft von Gleich-gesinnten gebunden. „Seid gesinnt wie Jesus Christus“, also mit ihm in Gemeinschaft. Jesus nachfolgen ist nicht der Weg zum Thron, sondern der Weg in die Niedrigung bis zum Kreuz.

Das KREUZ ist nicht das Ende. Gott hat ihn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt.  Solidarität mit den Ärmsten der Armen üben, das ist häufig nicht immer einfach; diese Solidarität soll aber auch zu neuen Lebensperspektiven führen; Beides zeichnet aber den Christen aus; denn Jesus ist auch den Weg mit denen am Rande des Lebens gegangen und mit denen, die sich auf der Schattenseite des Lebens befinden, hindurch zum Leben. Nicht zur Freude der etablierten Gesellschaft der Synagoge. Sein Weg war eine Provokation, offenbar aber Not-wendig.

Wir bekennen, dass die Taufe ein unauslöschliches Merkmal ist. Und das glaube ich. Kann ich dann aus der Kirche austreten? Aus der Institution „Ja“. Aber aus dem Sakrament Kirche (Gemeinschaft der Glaubenden) ist das wohl nicht möglich.  Und Reich Gottes gibt es auch außerhalb der verfassten Kirche, manchmal mehr als in der verfassten Kirche. Wenn also Eltern ihr Kind taufen lassen wollen, obwohl sie die Kirche als Institution verlassen haben, dann kann das heißen: Wir lehren unserem Kind, die Nachfolge Jesu in Gedanken, Worten und Werken.

Das kann auch eine ebenso heftige Provokation sein wie es in den Tagen Jesu bei der Synagoge war. Es ist aber auch nicht ein Weg der Königsklasse, nein ein Weg der Solidarität mit den Ärmsten der Armen. Wie war das noch mit dem Hauptmann, über den Jesus sagte: „einen solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.“ Manchmal – wie in diesem Beispiel des Hauptmanns – finden wir außerhalb mehr glauben als innerhalb. Ein Bausch- und Bogen-Urteil ist niemals angemessen.  Wenn man über Taufe und Nichttaufe nachdenkt, dann kann man nicht nur nach Äußerlichkeiten urteilen. Es gibt auch Situationen, da hat sich die Institution Kirche von Menschen getrennt. Die Liebe und Barmherzigkeit Gottes ist nicht an Institutionen gebunden. Nur da sollte sie spürbar besonders gelebt werden.

Wenn nötig werden noch mehr Gedanken folgen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Für Sonntag, 10.09.2017

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen!

 

Erich Guntli hat einen Text verfasst, den ich für äußerst lesens- und bedenkenswert halte. Auf keinen Fall möchte ich Ihnen und Euch dieses Text vorenthalten, weil er viele Mitbrüder betrifft:

„Sie seien aus der Kirche ausgetreten, möchten aber ihr Kind taufen lassen. Solche Anfragen sind häufig. Anfänglich ist der Gesprächston unverbindlich freundlich. „Sie möchten also, dass ihr Kind durch die Taufe in eine Gemeinschaft aufgenommen wird, mit der sie nicht mehr zu tun haben wollen?“

Der Ton wir kühler. Die Argumentation, bei der Taufe würden die Eltern versprechen, das Kind auf dem Weg in das Glaubensleben der Kirche hinein zu begleiten, prallt ab.

Der Ton wird schnippisch. „Da sieht man wieder, wie stur die katholische Kirche ist. Da wünscht man sich ein schönes Fest, wird aber gleich zur Mitgliedschaft gezwungen. Jesus wäre da wohl nicht so stur.“ O heilige Inkonsequenzia, bitte für sie! – denke ich.

Für diese Eltern ist die Taufe ein schönes Ritual und Familienfest. Doch dieses Sakrament reicht weiter. Es ist die Eingliederung in den Leib Christi, in die Kirche. Der Hinweis, es wäre ebenso inkonsequent, ein Kind für einen Sportclub anmelden zu wollen mit der Absicht, keinen Sport treiben und keinen Mitgliederbeitrag entrichten zu müssen, weckt Empörung.

Der Kirche geht es nur ums Geld. Jesus würde wohl anders handeln. Er war ja auch arm.“

Viel Freude bei der Diskussion. Dankbar wäre ich, wenn andere Meinungen mich erreichen würden.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers

 


 

Für Sonntag, 03.09.2017

Hallo Ihr Lieben!!

Allen Gruß und Segen!

Noch eine Frage, die Maria stellt! Bei der Verkündigung: Du sollst einen Sohn gebären, fragt sie: „Wie soll das geschehen?“ (Lk. 1,34). An Maria sollen wir erkennen, was einem Menschen widerfährt, der sich auf den Glauben einlässt. Marias Bestimmung ist auch die unsere. Sie verehren heißt ihr ähnlich werden, Gott im Herzen tragen, in Stille und Konsequenz unermüdlich dem Reich Gottes dienen.

Ihr ähnlich werden, d. h. im Glauben unterwegs bleiben wie sie, von ihr das Staunen und das Fragen lernen, Antworten im Herzen bewahren und darüber nachdenken: Worte und Ereignisse, die Begegnung mit den Engeln und Hirten, die Krippe und die Flucht… bei der Hochzeit zu Kanaan…. In allem war sie auf der Suche nach dem roten Faden, nach dem verborgenen Sinn.

Ich glaube, wir verehren sie nicht, wenn wir neue und mehr Titel benennen: „Mittlerin der Gnaden“ oder „Miterlöserin“ und all die Titel, die wir in den Litaneien finden können.

Maria wahrhaft verehren, das heißt im eigenen Leben weiterführen, was sie gelebt hat: mit aller Ernsthaftigkeit Gott dienen und den Schwestern und Brüdern in einfühlsamer, zärtlicher Liebe. Was das genau bedeuten kann, finden wir bei Teresa von Avila: „Wisst, dass Gott auch inmitten der Kochtöpfe und Pfannen zugegen ist.“ Der Herr des Lebens hält sich in unseren Küchen auf, in allen Arbeitsstätten, das heißt auch, ihn zu den Menschen bringen; denn er will uns da nahe sein, wo wir Menschen leben und arbeiten.

Und wenn wir uns in die Rolle Mariens begeben und fragen, wo soll „ICH“ heute Jesus zur Welt bringen, dann findet jeder für sich hier eine klare Antwort.

Und wie soll das geschehen: „Siehe, ich bin die Magd den Herrn“ oder für uns anders ausgedrückt. Ich will da Gott dienen, wo ich lebe und Menschen treffe.

Viel Freude dabei, dieser Berufung und dem Reich Gottes zu dienen!

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe Grüße Ihnen und Euch   
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 27.08.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Eine andere Gedankenvariante zum selben Thema wie letzte Woche.

Die Fragen des Herrn lassen mir keine Ruhe. Am See Genesaret begegnet nach der Auferstehung Jesus dem Petrus und stellt die Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst Du mich? Joh 21,16

Wenn jeder einmal seinen eigenen Namen einsetzt, jeder von uns sieht sich selbst vor diese Frage gestellt:   NN. Liebst Du mich? Wie würdest Du antworten? Ja, es geht um die Liebe. Johannes vom Kreuz sagt: „Am Abend unseres Lebens wird nach der nach der Liebe gerichtet werden.“

Wie ein Angelhaken greift sie uns da, wo wir „ganz menschlich“ sind. Heute kann diese Frage für uns zu einem Neubeginn werden, sie kann Prozesse anstoßen…. Ist nicht erstaunlich, dass Jesus auch nach seiner Auferweckung nach der Liebe fragt. Er fragt nicht: NN hast du meine Botschaft begriffen? Oder hast du mein Leben verstanden, kennst du die Gesetze und Gebote, nein vielmehr ist es, als würde er sagen: Ich überlasse alles der Liebe, ich baue ganz auf sie und nicht auf irgendwelche Projekte. Vielmehr geht es, darum zu fragen: Habe ich Liebe in euch geweckt? Auf diesen Schwächling Simon Petrus setzt Jesus, auf ihn will er seine Kirche bauen. Hören wir mit: „Fürchte dich nicht, Simon (NN)! Von jetzt an wirst du Menschen fangen!“ Lk 5,10. Das ist es, was den Herrn und Meister interessiert: dass das Feuer neu entzündet ist, dass das Herz brennt, dass die Leidenschaft wieder aufflammt. „Petrus, NN, liebst du mich jetzt?“

Heiligkeit, so zeigt sie sich, ist nicht erloschene, sondern bekehrte Leidenschaft.

Stellen wir uns eine so fragende Begegnung mit Jesus vor, und geben wir eine ehrliche Antwort: Jeder für sich.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche. Die Frage Jesu – wünsche ich – soll wie ein Angelhaken wirken und uns nicht mehr loslassen.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

16.08.2017 für Sonntag, 20.08.2017

Kaum haben wir "Mariä Himmelfahrt" gefeiert,
gibt es neue Sonntagsgedanken von unserem Polizeipfarrer Erich Elpers!

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Hier noch eine Frage, die uns wie Simon Petrus vorgelegt wird: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Joh. 21.16

Würde mir, dir, uns diese Frage direkt gestellt, wie würden wohl die Antworten ausfallen? Würde jeder von uns sagen: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“

Eine solche Antwort hätte zum Inhalt, dass wir Jesus nachfolgen sollten. Eine bloße verbale Liebeserklärung bliebe nur ein Wort. Nachfolgen holt mich aus der Zuschauerposition heraus, Befall klatschen aus Begeisterung müsste aufhören und eintreten müsste folgen in die Lebens- und Handlungsweise Jesu.

Liebe, das sind Worte und Taten, so singen wir in einem neuen geistlichen Lied.

Liebe vollzieht sich in Aufmerksamkeit im Umgang mit den Menschen, mit der Schöpfung und mit den vielen Ungerechtigkeiten in der Welt. Durch viele Menschen, die in Not und Elend geraten sind, die krank, hilfsbedürftig, auf der Schattenseite des Lebens sich befinden bittet Jesus um Liebe. „Liebe deinen Nächsten so wie du dich liebst.“ 

Manchmal kann das bedeuten, dem anderen nur das Ohr zu leihen. Sehen, mit dem Herzen sehen und wahrnehmen, wie es anderen Menschen zumute ist. Dann die Antwort auf Jesu Frage sehr tatkräftig, direkt und unmittelbar sein. Die Liebesfrage Jesu ist wie ein Angelhaken, der sich in den Herzen der Menschen ankern kann, lässt dann auch nicht mehr los und bleibt das Leben lang gegenwärtig. Wenn einmal die richtige Liebe geweckt wird, dann muss man Jesus folgen.

Darum an jeden die Frage: NN liebst du mich jetzt?

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Sonntagsgedanken 29./30.07.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Hamburg: eine schreckliche Erfahrung für uns Menschen in Deutschland und vielleicht auch auf der ganzen Welt.

Demonstrationen sind ein legitimes Instrument in einer Demokratie. Demonstrationen haben aber ihre Legitimationen verloren, wenn Gewalt und Zerstörung in den Vordergrund treten. Gewalt und Zerstörung sind keine legitimen Möglichkeit Meinungen zu äußern. Wenn Menschen verletzt und Gegenstände vernichtet werden, dann haben sie ihr Recht verloren und sind zu Straftaten mutiert.

...

Mir ist aufgefallen: Je mehr wir Menschen Gott aus unserem Leben und aus unserer Gesellschaft eliminieren, umso mehr machen sich Menschen zu Göttern und tun als wären sie die Geber aller Gaben und Herren der Welt.

Gott neu Verorten, das könnte bei beiden Strömungen zur Einsicht führen.

Allen einen Gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers

Hier der ganze Brief/Sonntagsgedanke von Erich Elpers! (pdf, 38 kb)


 

Sonntagsgedanken 15./16.07.2017

Da haben wir sie nun: Die „Ehe für alle“. Eine kurzfristige Entscheidung nach Gewissensfreiheit.
Toll: Der linke Block hat wohl ein Einheitsgewissen. Wie soll ich mir sonst die Einmütigkeit erklären?!

Vermuten kann ich nur einen Druck, der aus einer Ideologie stammt, oder es handelt sich um eine Unfähigkeit, differenziert zu denken. Jedenfalls finde ich diese rasche Entscheidung nicht eines guten Parlaments würdig.

Ein anderes wird noch sichtbar: Missachtung einer christlichen Tradition, klare Ablehnung von Gott und seiner Botschaft an die Menschheit. Kulturuniversell war die Ehe immer eine eindeutige Verbindung von Mann und Frau. Wozu haben sich die Menschen heute aufgeschwungen?

Hier die Sonntagsgedanken von Erich Elpers! (pdf, 83 kb)


 

Sonntagsgedanken 15./16.07.2017

Da haben wir sie nun: Die „Ehe für alle“. Eine kurzfristige Entscheidung nach Gewissensfreiheit.
Toll: Der linke Block hat wohl ein Einheitsgewissen. Wie soll ich mir sonst die Einmütigkeit erklären?!

Vermuten kann ich nur einen Druck, der aus einer Ideologie stammt, oder es handelt sich um eine Unfähigkeit, differenziert zu denken. Jedenfalls finde ich diese rasche Entscheidung nicht eines guten Parlaments würdig.

Ein anderes wird noch sichtbar: Missachtung einer christlichen Tradition, klare Ablehnung von Gott und seiner Botschaft an die Menschheit. Kulturuniversell war die Ehe immer eine eindeutige Verbindung von Mann und Frau. Wozu haben sich die Menschen heute aufgeschwungen?

Hier die Sonntagsgedanken von Erich Elpers! (pdf, 83 kb)


 

Sonntagsgedanken 08./09.2017

Im Markusevangelium treffen wir im 6 Kapitel wieder auf eine Frage, die uns Menschen heute gestellt wird: Wie viele Brote habt ihr?

Hier die Sonntagsgedanken von Erich Elpers! (pdf, 280 kb)


 

Sonntagsgedanken, für den 02.07.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Und noch eine Frage, die Jesus dem Simon Perus stellt: „Siehst du die Frau?“ Jesus gibt der Frau alle Freiheit, zu tun, was sie spürt; Jesus erzählt währenddessen Gleichnisse. Seit sie gekommen ist, hat sie nicht aufgehört, ihm die Füße zu küssen. So befreiend wirkt Jesus. Ähnlich wie in dieser Szene hat sich Jesus in Betanien verhalten, als Maria mit kostbarem Öl seine Füße salbte und mit ihrem Haar trocknete. Auf den Einwurf der Jünger sagt er: Lass sie!“ Hätten wir auch die Freiheit. Könnten wir das auch sagen? (Vgl. Joh 12, 1 – 8)

 

Betrachten wir die Szene im Haus des Pharisäers einmal aus der Perspektive der Frau.

Was hat sie dazu bewogen, den Saal zu betreten? Mitten hinein zu gehen, während wieder einmal alle Blicke voller Verachtung auf sie gerichtet waren?

Was fand sie an diesem Jesus, dass sie sich so mutig über alle Konventionen hinwegsetzt? Sie muss eine außerordentliche Motivation gehabt haben!

Offenbar hat Jesus sie verstanden. Sonst würde er sie weggeschickt haben. Und sie hat Wesentliches begriffen.
Die Frau hat die befreiende Kraft Jesu erfasst: Er kann sie aus allen Kategorisierungen herausholen, er gibt ihr, „der Sünderin“, ihren Namen zurück, für ihn ist sie „die viel geliebt hat“.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 25.06.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen

„Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott.

„Du möchtest also ein Interview mit mir?“, fragte Gott.
„Wenn Du die Zeit hast“, sagte ich.

Gott lächelte: „Ich habe immer Zeit, denn meine Zeit ist die Ewigkeit.
Welche Frage würdest du mir gerne stellen?

„Ja, zunächst einmal: „Was erstaunt dich am meisten an den Menschen“?

Gott antwortete:

„Mich erstaunt, dass sie der Kindheit überdrüssig sind. Sie beeilen sich, erwachsen zu werden, um sich dann danach zu sehnen. Wieder Kind sein zu können. Und mich erstaunt, dass sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um möglichst viel Geld zu verdienen. Und dann geben sie ihr Geld aus, um wieder gesund zu werden. Mich erstaunt, dass die Menschen ängstlich in die Zukunft schauen und dabei das Jetzt vergessen, so dass sie weder in der Gegenwart noch in der Zukunft leben. Und mich erstaunt, dass die Menschen leben, als würden sie niemals sterben, um dann zu sterben, als hätten sie nie gelebt.“

Gott nahm meine Hand, und wir schwiegen gemeinsam eine Weile.

Dann wollte ich wissen: „Was möchtest du, dass deine Kinder lernen?“

Gott antwortete wieder mit einem Lächeln:

Ich möchte, dass die Menschen verstehen,
dass man Liebe nicht einfordern und erzwingen kann, sondern dass man zulassen darf, geliebt zu werden.

Ich möchte, dass die Menschen begreifen,
dass es nicht förderlich ist, sich selber immer mit anderen zu vergleichen.

Und sie sollen einsehen,
dass ein reicher Mensch nicht derjenige ist, der das meiste besitzt, sondern reich ist derjenige, der das Wenigste benötigt.

Die Menschen sollen verstehen,
dass es nur einige Sekunden braucht, um einem anderen tiefe Wunden zuzufügen;
Es braucht jedoch Jahre, dies wieder zu heilen.

Die Menschen sollen begreifen,
dass Vergebung nicht durch Worte geschieht, sondern durch mein Verhalten.
Du sollst erkennen, dass du von vielen tief und innig geliebt wirst, dass die meisten aber nicht wissen, wie sie ihre Gefühle ausdrücken können.

Die Menschen sollen verstehen,
dass es manchmal nicht genug ist, dass andere ihnen vergeben.
Es ist ebenso wichtig, sich selbst seine Schwächen zu vergeben.

Und schließlich:
„Die Menschen sollen erkennen, dass ich für sie da bin, und zwar immer.“

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche in der sicheren Gegenwart Gottes.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für den 17./18.06.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Auf Fragen wollte ich zurückkommen.

Spannend ist, dass Jesus uns Fragen stellt.
Eine zentrale Frage ist: Für wen halten die Leute den Menschensohn?

So fragt Jesus. Die Antworten, die die Jünger geben lauten: für Elias, für Johannes den Täufer oder sonst einen der Propheten. Diese Antworten helfen nicht weiter. Deshalb setzt Jesus noch einmal nach und fragt: Für wen haltet Ihr mich? Petrus antwortet entschlossen: Du bist der Messias Gottes. Diese Antwort habe ich als Kind auswendig gelernt.  Da habe mir heute vorgestellt, was würde ich antworten, wenn Jesus mich direkt fragen würde: Für wen hältst Du mich? Wer bin ich für Dich? Verliebte stellen sich vielleicht die Frage so. Sie wollen wissen: Welche Rolle spiele ich für dich, in deinem Leben? Was bedeute ich Dir? Wer bin ich für Dich? Herrlich ist es dann, die Antwort zu vernehmen: Du bist mein Leben, du bist die Liebe meines Lebens.

Auch Jesus braucht nicht die Meinung der Apostel von mir. Er will eine persönliche Antwort, er will wissen, ob ich verliebt bin! Ob ich mein Herz aufmache, dass er (Jesu) in mir lebendig werden kann. Das bedeutet: Ich kann seine Wiege aber auch sein Grab sein.

Vielleicht kann jeder für sich auch mit einer Frage antworten: Herr, zu wem soll ich gehen, du hast Worte des ewigen Lebens. Du hast Worte die aufleben lassen, die endlich Leben bringen! Leben für den Geist, denn der Geist dürstet nach Wahrheit und braucht Freiheit, sonst verkümmert er. Leben für das Herz, denn das Herz braucht Liebe, sonst erlischt es förmlich. Manchmal glaube ich, dass Jesus tot ist, weil er nicht mehr in uns Menschen lebt. Jesu Leben ist Aktion, Kraft, die Leben schafft, einer der Leben schenkt.Wenn mein und unser Leben ein verliebtes Leben ist, weil Jesus als Liebhaber des Lebens spürbar wird, dann wirken wir ansteckend, gewinnend und missionarisch.

 

Du bist für mich das Schönste und Beste, was mir in meinem Leben widerfahren ist: Du bist gekommen und hast meinem Leben Glanz und Schönheit geschenkt. Danke.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer
Erich Elpers

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Für Sonntag, 11.06.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Bei einem Hausbesuch hatte ich ein Erlebnis, das mich zu diesen Gedanken anregte:

Ein kleines Kind fragte unentwegt die Mutter.
Jedoch ließ die Mama das Fragen eigentlich gar nicht richtig zu.
Immer würgte sie das fragende Kind ab.

So kam ich zu den Gedanken, einmal über das Fragen nachzudenken.
In der alten griechischen Philosophie wurde meines Wissens das Fragen regelrecht erlernt, damit dadurch der Horizont erweitert würde.

Durch das Fragen erweitert sich das Wissen, lebt die Neugierde, erweitert sich das Denken, entdeckt man automatisch neue Lebensprozesse, es verändert das Leben und der Frager wird aus der Zuschauerrolle herausgeholt und in das Leben neu hineingeführt.

„Im Leben sind die Fragen wichtiger als die Antworten, denn Antworten machen zufrieden und stellen uns ruhig; die Fragen aber zwingen uns, nach vorn zu blicken und weiterzugehen.“ (L. L. Ricci).

Selbst in der Heiligen Schrift finden wir interessante Momente bei Jesus.
Jesus, der Meister des Herzens, gibt keine Unterrichtsstunden, sondern er leitet uns behutsam an, im eigenen Herzen zu suchen und Fragen zu stellen:
Z. B. Da fragt ein reicher Jüngling: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Zunächst gibt der Jüngling richtige Antworten, aber dann regt Jesus an: „Verkaufe alles, was Du hast, verteile es an die Armen und folge mir nach.“
Perfekte Antworten sind da nicht wichtig, wichtig ist leben wie Jesus. 

Die christliche Wahrheit zeigt sich nicht darin,
welche Lehre du vertrittst, sondern darin,
inwieweit du in guten, harmonischen Beziehungen lebst,
wie du mit Dingen und Menschen umgehst,
ob du anderen gegenüber gut bist und in Freude und Dankbarkeit handelst.

In einem geflügelten jüdischen Wort heißt es, dass Gott am Anfang das Fragezeichen schuf und es ins Menschenherz hineinlegte.

Eine Frage ist wie ein versiegeltes Gefäß,
ein verschlossener kostbarer Schrein,
der zu hüten und nur mit größter Sorgfalt zu öffnen ist.

„Fragen bergen Schätze und können uns Neues offenbaren“.

Reiner Maria Rilke sagte einmal: „Werde selbst zur Frage, du wirst in die Antwort hineinleben.“

Eine wahrhaft tolle Lebensaufgabe.

 

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Das Fragen wird uns auch in den Nächsten Wochen noch mehr beschäftigen.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Pfingsten 2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Am kommenden Sonntag feiert die Christenheit auf der ganzen Welt das Fest des Heiligen Geistes, seine Sendung: Er ist Beistand, der uns in die volle Wahrheit einführen soll.

Wir Menschen brauchen dafür unsere intensive Wachheit. Gleichzeitig ist das Fest des Heiligen Geistes das Geburtsfest der Kirche Jesu Christi, die letztendlich nicht an Institutionen gebunden ist, sondern an Gemeinschaft, die sich in allen Dingen auf Jesus Christus beruft.

Diese Kirche ist wie ein Boot, das für das offene Wasser bestimmt ist. Wind, Wolken und Sturm der Zeiten soll sie trotzen. Sie ist nicht für den sicheren Hafen bestimmt, sondern für das offene Meer. Das Schiff Petri muss Aufbruch wagen, dafür steht das Evangelium, nicht für das unbewegliche Verharren im sicheren Hafen.

Nicht das Streben nach Titeln, Triumphen, Erfolgen ist unser Platz.
Nein, unser Kirchenboot gehört aufs Wasser, das früher oder später hohen Wellen und Gegenwind ausgesetzt sein wird. Das gehört zum Leben in und mit der Kirche.

An Pfingsten sollte unsere Leidenschaft geweckt werden: Leidenschaft für das offene Meer, die Sehnsucht nach neuen Ufern.

In der biblischen Geschichte steht: Jesus liegt im Boot und schläft.
Der Sturm, ein Symbol für diese Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt, in der man sich ohnmächtig fühlt angesichts der über einen hereinbrechenden Gewalt, angesichts der Grausamkeiten, die einem begegnen, das alles scheint Jesus nicht zu berühren. 
Gott scheint zu schlafen. Und dabei fällt auf: Gott handelt nicht als Ersatzmann, er holt uns und die Kirche nicht aus den Stürmen heraus, sondern stützt und hält in den Stürmen.
Gott bewahrt nicht vor allem Leid,
Gott bringt nicht die Lösung all unserer Probleme, er bringt sich selbst, in dem er sich selber schenkt, gibt er uns alles:  Den Geist der Wahrheit, der Weisheit, der Wissenschaft, des Starkmuts, der Frömmigkeit (mit dem Wissen der hl. Schrift Leben gestalten), der Gottesfurcht, des Verstandes und des guten Rates.
Mit diesen Gaben dürfen wir es mutig wagen aufs offene Wasser zu fahren. Dabei sollten wir Jesu Frage an uns nicht vergessen: Habt ihr keinen Glauben?
Und unsere Frage: Interessiert es dich nicht, wenn es für deine Freunde um Leben und Tod geht?

Im Römerbrief lesen wir: "Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt.“ 
Für das Verlassen des sicheren Hafens könnten wir uns in der Kraft des Heiligen Geistes merken: „Tu alles, was von dir abhängt, mit großem Einsatz. Dann lerne Vertrauen; denn alles hängt von mir ab.“                                                        

Tipp: Entdecke die Glut des Glaubens, Jesus nachzufolgen, unter Asche deines Lebens und lasse sie neu zu einer leidenschaftlichen Flamme werden.

 

Allen ein gesegnetes Pfingstfest, die 7 Gaben des Heiligen Geistes und eine gelungene Woche wünsche ich.
Fahren wir gemeinsam aufs offene Wasser der Welt. Nur Mut und fürchte Dich nicht!!

Liebe herzliche Pfingstgrüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 28.05.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In den letzten Tagen ist beim Lesen mir ein altes afrikanisches Sprichwort begegnet. Ich fand es so wunderbar, dass ich es unbedingt allen weitergeben möchte zum Bedenken und vielleicht auch, um es auf das eigene Leben zu beziehen.

Dieses Sprichwort heißt: „Wo Gott dich hingesät hat, da sollst Du blühen.“

Dann ist die Frage: Wohin hat er mich gesät, kann es der Lebensort sein, an dem ich mich befinde, auch wenn er gewechselt wird, kann es meine Arbeitswelt sein: das Reisebüro, der Gärtnerplatz am Friedhof, die Fabrik, das Büro, der Kindergarten, die Kirche im Ehrenamt oder im Hauptamt, kann es auch die Polizei als Freund und Helfer oder die Feuerwehr sein?  Ist nicht auch die Rolle des Familienvaters oder – Mutter oder des alleinlebenden Menschen sein? Jeder kann das für sich wohl herausfinden! An all diesen Orten – manchmal in der Doppelrolle – soll der Mensch blühen, verankert in einem wunderbaren Erdreich, gehegt und gepflegt, besprochen und geliebt.

Blumen können Freude bereiten und Wärme durch ihre Form und wunderbaren Farben.  So können in ihren Lebensumfeldern auch Menschen wirksam werden und wie Blumen andere erfreuen, Ansehen und Verbindlichkeit, Wärme vermitteln: das möchte ich Glaube, Hoffnung und Lieben nennen.

Dabei fällt mir ein Satz aus dem 1. Petrusbrief ein: „Gebt jedem Antwort, der nach dem Grund Eurer Hoffnung fragt!“ Auch das könnte für alle Positionen eine Möglichkeit sein.

Übrigens: Das Samenkorn muss nach dem Säen sterben, damit eine Blume wachsen kann. Was muss an uns Menschen sterben, damit wir blühen können zur Freude und Lebensermunterung anderer?

Kolping sagt: „Wenn Du einen Menschen gewinnen willst, dann musst Du Dein Herz zum Pfande geben.“

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 21.05.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Vielleich können alle
mit Verwandten, Kindern, Freunden oder Bekannten
diesen Text mal besprechen.
Es ist bestimmt spannend und äußerst lohnenswert.

Wenn man unsere Gesellschaft oder jeder sein eigenes Leben betrachtet,
dann könnten folgende Gedanken ganz wichtig und bedenkenswert werden:

So reich waren wir nie wie heute
so habgierig aber waren
wir auch nie
wie heute

so viele Kleider hatten wir nie wie heute
so ausgezogen so nackt aber
waren wir auch nie
wie heute

So satt waren wir nie wie heute
so unersättlich aber
waren wir auch nie
wie heute

so schöne Häuser hatten wir nie wie heute
so unbehaust so heimatlos aber
waren nie
wie heute

So versichert waren wir nie wie heute
so unsicher aber
waren wir nie
wie heute

so viel Zeit hatten wir nie wie heute
so gelangweilt aber
waren wir auch nie
wie heute.

Allen ein Gesprächsthema,
einen gesegneten Sonntag
und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 14.05.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In diesen Tagen werden oft die Gutmenschen belächelt oder gar lächerlich gemacht. Könnte es sein, dass diese sogenannten Gutmenschen in den Flüchtlingen und hilfsbedürftigen Menschen Gott gefunden haben, weil sie in den Hilfesuchenden das Göttliche entdeckt haben?  Auf der Straße des Lebens begegnen wir Gott und erfahren, worum er uns bittet. Flucht und Vertreibungen sind wahrhaftig Straßen des Lebens und mit vielen Bitten beinhaltet.

Wenn das Gutmenschentum zur Barmherzigkeit mutiert, dann ist ein solches Handeln die Praxis des Evangeliums. Da wird Leben verändert, da wird auf das Gute im Menschen geachtet, da entsteht wie durch ein kleines Senfkorn beschrieben Reich Gottes. Sicher kann man Gutmenschentum auch anders denken.

Aber Barmherzigkeit ist nicht naiv, sondern sieht und erkennt die Probleme, sieht auch die Fehler, aber will helfen und will heilen, wie ein Arzt es tut. Ein blinder Individualismus sieht den anderen Menschen nicht, er stempelt ihn, nennt ihn faul, Schmarotzer, Eindringling in die hiesigen Sozialsysteme, man kümmert sich nicht mehr umeinander.

Hanna Arendt sieht das richtig: „Ich muss den anderen das Recht zuerkennen, Rechte zu haben, denn darauf gründet sich der Sinn für Verantwortung und die Möglichkeit, überhaupt zusammenzuleben.“ Was wir in der Kirche und in unserer Gesellschaft brauchen ist eine „Ethik der Brüderlichkeit“ (Geschwisterlichkeit). Simone Weil hat schon 1943 in ihren letzten Schriften die Notwendigkeit angemahnt, die Erklärung der Menschenrechte durch eine Erklärung der Menschenpflichten zu ersetzen. Wie wahr, wie wahr.!!!

Was könnten wir mithelfen, eine wunderbare Gesellschaft zu gestalten, wenn ernst gemacht würde mit den Gedanken eines polnischen Philosophen: „Die Liebe ist die Freude darüber, dass der andere existiert“.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe Herzliche Grüße
Ihr und Euer  
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 07.05.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Heute muss ich einige Gedanken über Europa loswerden:

In Europa stürmt es gewaltig. Manche Nationen befinden sich am Scheideweg: Soll es eine Demokratie bleiben, ein Zusammenschluss demokratischer Strukturen, oder driften einige in eine nationalistische Denkweise ab, die eine andere Staatsform als Demokratie zwangsläufig nach sich zieht? Ist unsere freiheitliche Grundordnung in Gefahr und bahnen sich Fundamentalismen erneut den Weg in Kirche und Gesellschaft? Ist die Leidenschaft für ein geeintes Europa abhandengekommen?

Wer denkt noch daran, dass wir auf Grund der Vision vom geeinten Europa 70 Jahre Frieden hatten. Soll das alles aufs Spiel gesetzt werden?

Wenn ich Europa mit einem Baum vergleiche, dann kann ich den Eindruck gewinnen, dass dieser Baum seine Wurzel – das Christentum -  dabei ist zu verlieren. In Straßburg hat unser Papst unzweideutig gesagt – und ich glaube er hat recht – das Christentum muss wieder lebendig werden und Frucht bringen.

Sicher ist, ein Baum, der keine tiefen Wurzeln hat, kann einem Sturm nicht widerstehen. Und weiter kann ich folgern: Ein Europa, das seine Wurzel vergisst, kann keine Zukunft haben.

Wir brauchen dringend weiterhin

  • eine friedliche Zukunft.  Das könnte ein Weg sein: Einstellen muss Europa den Waffenhandel mit den Machthabern in den Kriegsgebieten, auch dann, wenn unser Reichtum dadurch geringer würde.
  • Eine Einsicht, dass Nationalismus das gemeinsame Europa zerstören kann, brauchen wir und dass Subsidiarität und Solidarität zusammengehören, wenn ein Staatenbund funktionieren soll.

Das wünsche ich mir.

Doch es scheint, dass Europa sich nicht mehr liebt und nicht den Mut hat, sich einem Dialog zu stellen, in dem es um gemeinsame Werte geht. Vielleicht gibt es ja auch ein böses Erwachen, wenn entdeckt wird, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es nur um Cents und Euros geht. Welche Werte fehlen uns? Von Tugenden wird doch nicht mehr geredet, geschweige denn, dass darum große Anstrengungen gemacht werden. Unsere Jugend hat sich eine eigene Welt geschaffen durch Knöpfe in den Ohren und durch immerwährendes Telefonieren – ist es nur die Jugend?

Wir brauchen Prozesse, die im Denken den Menschen wieder in den Mittelpunkt rücken, Dialoge, die ringen um menschenverbindende Werte und mutige Menschen, die den Fundamentalismen und dem Nationalismus entgegenwirken.

Bei allen Dialogwünschen, müssen wir auch wissen, dass wir in Europa inzwischen viele Kulturen beheimaten.
Das macht manches schwieriger aber auch interessanter.
Wir sollten uns beteiligen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 30.04.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In einer Welt, in der die Hoffnungslosigkeit immer mehr um sich zu greifen scheint, ist dieser Text, finde ich, besonders wertvoll:

Ganzer Text von Erich Elpers... (pdf, 140 kb)

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Denkt daran: Jede Blume kann ein Zeichen des Lebens und der Hoffnung sein!!!

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers

Für Sonntag, 23.04.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Mit dem Fest der Auferstehung Jesu, dem Osterfest, kann und sollte auch eine Auferstehung des persönlichen Glaubens verbunden sein. Vieles scheint wohl in den letzten Jahren bei uns Christen verloren gegangen, Zweifel an der Richtigkeit und Wahrheit unseres Glaubens, Verführungen durch Einflüsse von außen und anderen Lebensentwürfen, Entwicklungen zur Gleichgültigkeit in Sachen des Glaubens und Minderung der Beteiligung an den Glaubensfeiern, z. B. der Mitfeier der sonntäglichen Eucharistie etc. Menschen ohne Glauben leben scheinbar glücklicher, weil sie keinem gegenüber Verantwortung zu haben brauchen, weil es bequemer ist und wenige anspruchsvoll. Jedenfalls sind das landläufige Argumente. Ob sie allerdings stimmen, ist die große Frage!!

Auferstehung des Glaubens: Wie kann das gehen? Wir haben eine großartige Fähigkeit; Wir können uns schlau machen und erinnern. Für mich geht es so:

Glauben bedeutet für mich, eintreten in die Nachfolge Jesu, sein Leben nachspüren und dabei entdecken, dass Jesus Weg, Wahrheit und Leben ist. Seine Gestalt, seine Größe, seine eigentlich göttliche Natur entdecken, in dem wir seine Taten, seinen Umgang mit den sündigen, ausgestoßenen und lebensdurstigen Menschen als Barmherzigkeit, als Menschenzugewandtheit und seine Gott-Vater-Bezogenheit als für uns lebenswichtig erachten und wahrnehmen. Da ereignet sich Glaube nicht als Etwas-für-wahrhalten, sondern als Leben, das die Chance bekommt, immer und immer wieder neu zu beginnen. Eben immer wieder aufstehen. Dann ist Ostern nicht in zwei Tagen abgehandelt, sondern es entpuppt sich als Langzeitfest mehr noch als Lebensfest durch alle Jahre des eigenen Daseins. Da ist Glaube Beziehung, die lebt und leben lässt. Die Glaubensinstitution Kirche kann und darf da nur Hilfsmittel sein.

Allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag, den wir Christen wöchentlich als Auferstehungsfest feiern. Dazu natürlich eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer Erich Elpers


 

Liebe Polizeibedienstete in Nah und Fern!

Ostern – Aufbruch zu neuem Leben

Was geschieht, wenn die Ordnung der Welt
durchbrochen wird…
Ist es die Macht, sind es Mauern und Stacheldraht,
was die Welt im Innersten zusammenhält…
- oder ist es die Glut der Liebe in ihrem Innern,
ihre Anziehungskraft und Rotationskraft,
die Neues in Bewegung bringt…
Wenn Bomben explodieren,
kommt es zu Tod, Terror und Chaos…
- wenn die Liebe Gottes explodiert,
und die Gräber der Welt und der Herzen aufbricht,
dann entsteht Licht, Liebe und Leben…
wie an Ostern
so immer wieder neu!
„Ostern“

In diesem Sinne allen Frohe Ostern!

Ihr und Euer
Erich Elpers
Polizeipfarrer in Steinfurt


 

Ostergedanken von Polizeipfarrer Erich Elpers

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

In dieser Woche, der Karwoche, haben sich die Christen in aller Welt auf das größte Fest der Barmherzigkeit Gottes vorbereitet. Ostern: Da ist in höchstem Maße die Liebe und Barmherzigkeit erfüllt.

In der heiligen Schrift lesen wir: „Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gesandt hat, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. Und „es gibt keine größere Lieben als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde.“ Gott wollte nicht den „Tod des Sünders“, er wollte, dass er sich bekehre und lebe.

In Jesus hat Gott uns seine Liebe und Barmherzigkeit vor Augen geführt. Gott hat um der Liebe und der Freiheit des Menschen willen den Tod Jesu durch Menschen in Kauf genommen. Aber Jesus wurde nicht im Tod belassen, Gott hat ihn auferweckt und jetzt lebt ER mitten unter uns. So geht in seinem mystischen Leib der Kirche die Barmherzigkeit und Liebe weiter bis zur Vollendung der Welt.

„Ich will, dass auch Ihr dort seid, wo ich bin!“  Ist das nicht eine wunderbare Botschaft für uns Menschen, die wir dankbar und voller Freude annehmen sollten.

Mit der Auferstehung und mit seinem Leben feiern wir auch unsere Auferstehung und unser Leben. Ziel der ganzen Liebe und Barmherzigkeit Gottes sind wir. Denn „Gottes Sehnsucht ist der Mensch!“ So ist eben Gott.

So wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest, was dann ja auch unser Auferstehungs- und Lebensfest ist.
An diesen Tagen viel Freude, Mut zum Glauben, Hoffnung auf die Wahrheit Gottes und das sichere Gefühl, in Gott geborgen zu leben.

Liebe Grüße, frohe Ostern!

Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Zu KARFREITAG habe ich noch eine interessante Geschichte gefunden in dem Fastenheft von Bardel:

Hallo Ihr Lieben!
Gruß und Segen!

Das letzte Wort: Während eines Gefechtes im Irakkrieg wurde ein Soldat schwer verletzt. Sein Freund, auch ein Soldat, erfuhr davon von seinem Kollegen. Der Freude wollte unbedingt zu dem Verletzten, um ihn in Sicherheit zu bringen und sein Leben zu retten. Doch das war lebensgefährlich. Sein Truppenführer sagte zu ihm: „Dein Freund ist sehr schwer verletzt worden, und er wird tot sein, bevor du ihn findest. Es bringt gar nichts, ihn zurückholen zu wollen. Warum willst du auf dem Kriegsfeld dein eigenes Leben sinnlos in Gefahr bringen?“

In Begleitung eines Arztes machte er sich dennoch auf den Weg zu seinem Freund. Er fand seinen verletzten Kameraden und kümmerte sich um ihn. Auf dem Weg zum Sanitätszelt verstarb er jedoch.
Als der Truppenführer später den toten Soldaten sah, sagte er zu dessen Freund: „Dein Bemühen war umsonst; ich habe dir doch gesagt, dass sein Leben nicht mehr zu retten ist.“

Da entgegnete der Freund unter Tränen: „Offizier, es hat sich wirklich gelohnt. Ich bin so froh, dass ich auf mein Herz gehört habe. Als mein Freund mich sah, vergaß er alle seine Schmerzen und sagte zu mir mit gebrochener Stimme: „Ich wusste, dass du kommen würdest!“ –  das waren seine letzten Worte.“

Auch wir werden eines Tages sterben.

Ich wünsche uns,
dass wir in unserer Sterbestunde genau diese Worte vertrauensvoll uns dankbar zu unserem besten Freund, zu Gott, sprechen können.

„Ich wusste, dass du kommen würdest.“

Allen einen besinnlichen Karfreitag.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer Erich Elpers


 

Für Palmsonntag, 09.04.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Martin Luther schreibt: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte fliegen, kannst du nicht verhindern:
Doch du kannst verhindern, dass sie Nester in deinem Haar bauen.“

Sorge und Kummer müssen sich nicht in deinem Leben einnisten.
Ich muss mich ihnen nicht machtlos ergeben.
Sie dürfen mich nicht so stark bestimmen, dass ich resigniere.
Denn das würde in Pessimismus und Depression enden.

  • Ich wünsche dir die Kraft zu kämpfen.
  • Ich wünsche dir die Energie, immer wieder aufzustehen und die Last abzuschütteln.
  • Du hast nur dieses eine Leben.
  • Mach das Beste daraus.

Gott möchte, dass du aufrecht gehst. Die Frohe Botschaft, die Jesus uns gebracht hat, gilt auch dir. Und wenn dann und wann das Kreuz auf deine Schultern gelegt wird, dann wisse: Jesus ist an deiner Seite. Und er bedient sich auch manchmal Menschen. Er hat das Kreuz zugleich getragen und überwunden. Dieses Wissen schenke dir ungeahnte Kräfte. Du musst das Kreuz nicht allein tragen. Zusammen mit Jesus wirst auch du dein Kreuz überwinden.

Da darfst darauf vertrauen: Jesus trägt mit an deiner Last.

Dieses Wissen macht frei und hilft, den eigenen Wert zu erkennen und in Freude damit zu leben.

Allen einen gesegneten Palmsonntag und eine gute und besinnliche Karwoche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für 5. Fastensonntag, 02.04.2017
- Ein besonderer Tag von „Brot für die Welt“ und „Misereor“ -

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Am kommenden Sonntag ist für uns Christen ein besonderer Tag in der Fastenzeit: die evangelische Kirche „Brot für die Welt“ und die katholische Kirche „Misereor“. Beide Titel fordern Barmherzigkeit für die hungernden und in Not geratenen Menschen in der ganzen Welt. Es sind zwar großartige Werke, aber letztendlich nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wenn man nämlich bedenkt, dass allein in Deutschland jährlich 42 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, dann ist der Hunger in der Welt ein Skandal und gleichzeitig eine Anfrage an uns und unser Essverhalten.

Schon 1941 hat Professor Josef Pieper geschrieben: „der Christ hält Maß, er lässt es nicht zu, dass ein Haben-Wollen und sein Genießen-Wollen zerstörerisch und wesenswidrig wird“.

Zerstörerisch, weil hier eine Ursache für Unfrieden oder auch Krieg liegt. Wenn jeder das abgeben würde, was er nicht zum Leben braucht, wenn sich die Tafeln bei uns nicht mehr biegen würden von Zuviel, dann könnten alle satt werden.

Wesenswidrig, weil Überfütterung weder der Gesundheit dient noch der Würde des Menschen entspricht, von der Verantwortung der Schöpfung gegenüber ganz zu schweigen. Dazu kommt, dass der Auftrag Christi zur Solidarität mit allen Menschen vielmals missachtet wird.

Alle Menschen teilhaben zu lassen an der Schöpfung Gottes, die für alle Menschen gemacht ist, ist Verbindung und Frieden stiftend für alle Menschen egal welcher Rasse, Nationalität oder Hautfarbe.

Sich des Mensch-Seins bewusst zu sein ist Wissen um die und Beachtung der Würde aller Menschen als Ebenbilder Gottes, u. z. religionsunabhängig. Würde des Menschen bedeutet auch, verantwortungsvoll umgehen des Einzelnen mit sich selbst und Verantwortung tragen für alle Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens sich befinden: in Bildung, Gesundheitsfürsorge und dialogische Lebensform (Gerechtigkeit).

Und weiter schreibt Josef Pieper: „Wer das Gute wissen und tun will, der muss seinen Blick richten auf die gegenständliche Seinswelt.“

So könnte man heute den besonderen Tag von „Brot für die Welt“ und „Misereor“ verstehen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße

Ihr und Euer

Erich Elpers


 

Sonntagsgedanken für den 26.03.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Wie wir Menschen denn so sind:

Wir kreisen in unseren Gedanken oft um die Fehler der anderen. Wir regen uns auf, wenn ein Freund unseren Geburtstag vergisst oder wenn er im Gespräch nicht richtig zuhört. Wir können dann tagelang über unsere Verletztheit reden und uns immer mehr hineinsteigern in den Ärger über dien unsensiblen Freund oder die treulose Freundin.

Ein wichtiger Aspekt des Loslassens ist das Verzeihen: Anstatt dem anderen seine Fehler nachzutragen, vergeben wir sie, lassen wir sie los, lassen wir sie bei ihm. Henry Ward Beecher, ein amerikanischer Geistlicher, der sich auch sehr aktiv für die Abschaffung der Todesstrafe in seinem Land eingesetzt hat, hat die heilende Wirkung des Verzeihens in einem schönen Bild zum Ausdruck gebracht: „Jeder Mensch sollte einen nicht zu kleinen Friedhof besitzen, auf dem er die Fehler seiner Freunde begräbt.“ Was begraben ist, sollen wir im Grab lassen und nicht ständig herumwühlen. Manchmal träumen wir vom Grab. Das ist immer eine Mahnung, sich von Altem zu verabschieden und loszulassen.

Grün hat uns hiermit eine wunderbare Idee geschenkt für die Vorbereitung auf das Osterfest.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche in Sachen Fehlerfriedhof.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer

Erich Elpers


 

3. Fastensonntag 19.03.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Gerne will ich allen den Brief zukommen lassen, den der Hl. Bernhard an Papst Eugen III geschrieben hat.
Der ist heute noch sehr aktuell:

Wo soll ich anfangen? Am besten bei Deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir. Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint sei; wenn Du jetzt nicht erschrickst, ist Dein Herz schon so weit.
 
Das harte Herz ist allein; es ist sich selbst nicht zuwider, weil es sich selbst nicht spürt. Was fragst Du mich? Keiner mit hartem Herzen hat jemals das Heil erlangt, es sei denn, Gott habe sich seiner erbarmt und ihm, wie der Prophet sagt, sein Herz aus Stein weggenommen und ihm ein Herz aus Fleisch gegeben (Ezechiel 36, 26).
 
Wenn Du Dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für die Besinnung vorsiehst, soll ich Dich da loben? Darin lobe ich Dich nicht. Ich glaube, niemand wird Dich loben, der das Wort Salomos kennt: Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit (Jesus Sirach 38, 25). Und bestimmt ist es der Tätigkeit selbst nicht förderlich, wenn ihr nicht die Besinnung vorausgeht.
 
Wenn Du ganz und gar für alle da sein willst, nach dem Beispiel dessen, der allen alles geworden ist (1.Korinther 9, 22), lobe ich Deine Menschlichkeit – aber nur, wenn sie voll und echt ist. Wie kannst Du aber voll und echt Mensch sein, wenn Du Dich selbst verloren hast? Auch Du bist ein Mensch. Damit Deine Menschlichkeit allumfassend und vollkommen sein kann, musst Du also nicht nur für alle anderen, sondern auch für Dich selbst ein aufmerksames Herz haben. Denn was würde es Dir sonst nützen, wenn Du – nach dem Wort des Herrn (Matthäus 16, 26) – alle gewinnen, aber als einzigen Dich selbst verlieren würdest? Wenn also alle Menschen ein Recht auf Dich haben, dann sei auch Du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selbst hat. Warum solltest einzig Du selbst nichts von Dir haben? Wie lange bist Du noch ein Geist, der auszieht und nie wieder heimkehrt (Psalm 78, 39)? Wie lange noch schenkst Du allen andern Deine Aufmerksamkeit, nur nicht Dir selber?
 
Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: tu das immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für Dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.

Viel Freude beim Lesen. Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene 3. Fastenwoche.

Liebe Grüße Ihr und Euer
Erich Elpers


 

2. Fastensonntag 12.03.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Da mache ich einen Hausbesuch. Nach der Begrüßung sagt mir die Frau des Hauses: „Herr Pastor, sie dürfen sich nicht so umschauen, ich mache gerade meinen Frühjahrsputz. Alles, was wir nicht mehr benötigen geben wir weg entweder für einen guten Zweck, oder wir entsorgen die Dinge, die wirklich auf den Müll gehören“. Reinemachen, Ausmisten, sich von „Zuviel“ befreien.
Das macht man zu Ostern. „Dann ist alles in sauberem Glanz, und wir fühlen uns in unseren vier Wänden wieder so richtig wohl“.

Es wird geschruppt, gefegt und gewienert, ausgeräumt, eben gesäubert. Das tut richtig gut. Die neue Ordnung und Sauberkeit ist dann ein Spiegelbild für die ganze Familie.

Dieses Erlebnis brachte mich zum Nachdenken: Wieviel Müll gibt es wohl in meinem Leben, wieviel „Zuviel“ belastet wohl meine Seele und meinen Leib? Und wie könnte ich es anfangen auszukehren, zu säubern und alles Überflüssige, Fehlerhafte und auch Versagen wegzuwerfen, zu bereden und zu entsorgen. Die augenblickliche Fastenzeit könnte da eine große Hilfe sein. Fasten, Gebet und Stille würden als Reinigungsmittel Anwendung finden können. Den Lebens-, Leibes- und Seelenmüll entdecken und dann auskehren, umkehren, reinigen und neu beginnen. Das wäre ein Glanz für das Leben und für Leib und Seele. Befreit vom Müll, von allen Belastungen und vom Dreck könnte eine neu innere Freiheit erlebt werden. Leichtigkeit des Lebens und im entschlackten Körper ein neues Zuhause haben das wäre ein wunderbarer Frühlingsputz für uns Menschen.

Übrigens auch eine klasse Vorbereitung auf Ostern, das Fest des Neubeginns und der Auferstehung.

Allen, die es tun wollen, wünsche ich viel Geduld mit sich selbst und zugleich viel Freude dabei.

Einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche wünsche ich.

Liebe Grüße 
Ihr und  Euer   
Erich Elper


 

1. Fastensonntag 05.03.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Sie ist vorbei, die Zeit der ausgelassenen Freude. Begonnen hat mit dem Aschermittwoch eine Zeit der Umkehr oder der Bekehrung, vielleicht auch der Umkehr. Es ist eine Zeit, in der wir uns Fragen stellen können nach der Nähe und Weite zu Gott, nach der Nähe und Weite zu anderen Menschen, nach der Nähe und Weite zu sich selbst.

Viele kennen kaum Methoden wie man das alles ausloten kann. Es gibt Anregungen, möglicherweise auch Rezepte: die Mystiker Frankreichs schlagen eine Lebensrevision vor, andere denken an die alte –  leider aus der Mode gekommenen – Beichte.

Vielleicht kann man auch über das Leben im Allgemeinen nachdenken; denn mir scheint, dass doch immer mehr Menschen an der Oberfläche ihres Daseins dahinleben. Mir hat immer das Lesen geholfen. Beim Lesen begegnet man andere Menschen, den Schreiber, die Personen, die in dem Roman z. B. vorkommen und eine Rolle spielen mit ihren geschilderten Charakterzügen. Beim Lesen lernt man auch Lebensentwürfe anderer kennen, Visionen, Fantasieen und Denkweisen.

Allein schon in der Hl. Schrift: Wie vielfältig sind da menschliche Begegnungen möglich. Das ist echt spannend. Das Lesen hilft auch weiter, wenn es um die Begegnung mit sich selbst geht. Der Blick weitet sich, die Sichtweisen werden bunter und vielleicht kann dadurch das eigenen Leben an Intensität, Tiefe und Qualität gewinnen. Staunen kann man über das, was alles unter die Lebensoberfläche sich abspielt.

Lesen bildet, weil andere Gedanken, Lebensvorstellungen, Lebensängste, Hoffnungen und Glaubens- und Sehnsuchtsinhalte zusammengetragen werden. Mein Lesetip ist ein Buch, das mich schon seit Jahren in der Fastenzeit begleitet, immer und immer wieder: „Gib mir deine Sorgen“ von Jan Dobraczynski, bei Herder erschienen. Hier geht es um den Menschen Nikodemus, ein Mensch wie du und ich. Er schreibt Briefe an seinen Freund und Lehrer Justus über seine Begegnungen mit Jesus. Es lohnt sich.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine besinnliche erste Fastenwoche.

Liebe herzliche Grüße Erich Elpers


 

Dienstag, 28.02.2017

Polizeipfarrer Erich Elpers zu den Vorkommnissen von heute:

Das ist an Grausamkeit kaum zu überbieten.

Drei Menschen, eine Verwandte, man kennt das Motiv nicht. Dann 2 diensttuende Polizisten, die gewissenhaft ihre Pflicht erfüllen.

Viele werden fragen: Warum lässt Gott das zu?

Besser sollten wir fragen warum kann der Mensch speziell dieser Mensch mit seiner Freiheit nicht umgehen?

Wie kommt jemand in seiner Haltlosigkeit zu einem solchen Tun? Und dann mit 24 Jahren!

Zwiespältig muss das Verhältnis zu seiner Oma gewesen sein: Geldnot oder Erpressung durch Dritte? Wer weiß es!

Und dann die beiden Polizisten, deren Familien und alle ihre Collegen, Freunde und Bekannten. Förmlich spürt man die Fassungslosigkeit und gleichzeitig die Hilflosigkeit all derer, der gern helfen und trösten möchten. Das Unbegreifliche kann man eben nicht begreifen. Auch wenn äußerlich in Zukunft alles bewältigt werden kann, aber die beiden Menschen unbewältigbar und unersetzbar.

Fromme Reden helfen da im Augenblick nicht weiter.
Die Gedanken aller Kollegen in Brandenburg und auch der Kollegen in NRW sind bei den betroffenen Familien. Das kann ihnen die Gewissheit schenken, dass sie mit diesem grausamen Schicksal nicht allein da sind. Sie werden getragen von lieben gutwilligen Menschen.

Ich bin kath. Priester – auch wenn es im Augenblick nicht tröstet oder gar hilfreich ist – verspreche ich, dass ich für die beiden Kollegen und Ihren Familien beten werde. Ob es einen Gott gibt oder nicht, bitte bedenken Sie: Vielleicht ist es doch wahr.
Mich macht das Ganze auch sprachlos und tief betroffen

Gruß
Erich


 

Für Sonntag, 26.02.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen, diesmal verbunden mit einem kräftigen Helau!

Wollen wir ihn reinlassen?

Hört ihr lieben Christenleute,
was ich euch möcht‘ sagen heute.
Die Bibel kann uns hilfreich sein,
drum schauen wir heute mal anders hinein.

Die Erzählung des Evangeliums bei Lukas steht,
sie über den wunderbaren Fischfang des Petrus geht.
Sie erzählt über Jesus, einen Gescheiten,
und über Menschen, die sich bei Jesus nie langweilten.
Sie rannten ihm nach und stellten viele Fragen,
Jesus dachte, von wo kann ich es ihnen sagen?
Er sah zwei Boote am Ufer liegen
und fragte: Kann ich die kriegen?
Er setzte sich vom Ufer ab und fuhr auf den See hinaus,
und lehrte die Menschen vom Schiffchen aus.

Danach sagte Jesus, dass Petrus auf den See rausfahren soll,
doch dieser fand das gar nicht toll.
Die ganze Nacht gefischt und geschuftet bis zum Erbrechen,
jetzt tut ein Zimmermann so einen Unsinn sprechen.
Doch was sollten sie tun in ihrer Not,
also setzten sie sich wieder in ihr Boot.
Petrus und seine Mannen taten, wie ihnen befohlen,
warfen die Netze aus und fuhren hin, um sie wieder zu holen.

Als sie alle fertig waren und trocken,
waren sie über den Riesenfang sehr erschrocken.
Ein Wunder geschah
und als Petrus das sah,
schmiss er sich zu Jesu Füßen,
ich bin nicht würdig, dich zu grüßen
Ich kann jetzt zwar stopfen viele Münder,
aber ich bin trotzdem ein Sünder.

Jesus sagte zu ihm: Fürchte dich nicht,
von nun an werden Menschen gefischt.
Jesus tat einen Ruf zur Nachfolge vermeiden,
Petrus durfte sich selbst entscheiden.
Von da an ging Petrus als Jünger mit ihm,
da ihm die Heiligkeit Gottes in Jesu Nähe erschien.

Der Evangelist erzählt es ganz locker,
Petrus verließ ruckzuck Boot, Herd und Hocker.
Jesus sendet ihn darauf in alle Städte und Gassen,
um zu fragen, wollt auch ihr Jesus reinlassen?

Neue Wege gehen, das braucht Vertrauen,
für das Aufmachen muss man sich trauen.
Solches Vertrauen kann nur die Liebe schenken,
daran lasst uns heute denken,
wem Vertrauen geschenkt wird, der wird froh,
und wer vertraut, der ebenso.

Das fordert Jesus auch von uns heute,
dass wir uns nicht ganz ergeben der
karnevalistischen Meute.
Ausgelassen sein und feiern, findet Jesus gut,
für das Wichtige eintreten, erfordert aber auch unsern Mut.
Keiner hat was dagegen, die bösen Geister auszutreiben,
wir sollten nur bei uns selbst und im Gleichgewicht bleiben.
Denn eine religiöse Erfahrung mit Gott kann es geben,
auch wenn man steht, wie Petrus, mitten im Leben.
Ob man am Arbeiten ist oder am Schunkeln,
Lukas zeigt uns einen Weg aus dem Dunkeln.
Die Heiligkeit Gottes und Jesu Nähe ist immer da,
sogar innerhalb der ganzen Narrenscha(r).

Achtet auf Gemeinschaftssinn
und führt auch andere dazu hin.
Passt auf und gebt gut Acht,
dass ihr keinen bitterbös verlacht.
Rollenwechsel und Fastnacht hilft dem einen, gut zu leben,
die Bibel hat dem Ganzen einen tieferen Sinn gegeben.

Lasst uns im Glaubensbekenntnis jetzt loben seinen Namen
und sagen alle kräftig: Amen.

Allen einen gesegneten fröhlichen Sonntag und eine gelungene Woche verbunden mit dem Wunsch, eine gute Zeit zu haben zur Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit: Ostern

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 19.02.2017

Hallo ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Ein wichtiger Punkt ist in unserer Zeit wohl aus der Mode gekommen,
nämlich, dass wir einander dienen sollen.

 

Natürlich dazu gehört viel Mut. Lesen wir doch in der Hl. Schrift: „Wer sich erhöht, wird erniedrigt werden“.

Bei Mt. im  Kap. 23, 8 – 12
„Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder (und Schwestern).

Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Wir kennen doch alle Menschen, die vor allem existieren, weil sie Titel und Ansehen haben. Wie oft lernen wir Menschen kennen, die ihre Macht falsch gebrauchen und ihren Rang zur Schau stellen.
Menschen wollen herrschen, sie wollen Meister sein. Jesus verurteilt den Hang zum Herrschen-wollen, obwohl der Hang vielen innewohnt.

Menschen, die sich in ihrem Leben auf Jesus berufen, das heißt, die auf seinen Namen getauft sind, sollen nicht so sein, denn keiner ist dem anderen überlegen: „Ihr seid alle Geschwister“, unterstreicht Jesus.

Unsere Identität soll nicht aus Titeln auf der Visitenkarte bestehen;
Geschwister sind miteinander und füreinander wertvoll und gleich wichtig, auch wenn sie mit unterschiedlichen Talenten ausgestattet sind. Alle Talente sind doch irgendwie Not-wendig.
Die Geschwister sollen ein Team sein mit einer wunderbaren Vision:

„Der Größte unter euch soll der Diener aller sein.“

Das ist eine tolle Lehre von unserem einzigen Meister und Lehrer: Jesus Christus.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Für Sonntag, 11.02.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Was beim Computereinschalten gelernt werden kann. Gelesen und für gut befunden.

Pierre Stutz schreibt:

„Nie hätte ich gedacht, dass auch mein Computer fein spiritueller Begleiter sein kann. Wenn ich ihn einschalte, dann holt er sich doch in aller Ruhe seine Programme. Bevor ich etwas von ihm erhalte, sammelt er sich. Er lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen, ganz im Gegenteil! Wenn ich besonders schnell etwas von ihm will, dann macht mein PC extra langsam!

Diese ist ein kleines, alltägliches Beispiel – das mir etwas Wichtiges aufzeigen kann.

Wenn ich beim Einschalten gefangen bin in der Vorstellung, alles müsste sich schnell gehen, dann ärgere ich mich über die Langsamkeit meines Computers. Ich bin blockiert in der Vorstellung, keine Zeit zum Warten zu haben. Würde ich diese Zeit nutzen und genau dasselbe tun wie mein PC, dann könnte ich m ein Verkrampftsein verwandeln. 

Seit ich mir dieser Situation bewusst bin, übe ich beim Computereinschalten feinen anderen Arbeitsstil.
Ich sitze aufrecht da, atme tief durch und ich lockere meine Schultern beim Warten. Ich sitze beim Sitzen und verliere keine Zeit – ich gewinne vielmehr ein wenig mehr Lebensqualität.“

Viel Freude beim Üben!

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Nach 14 erholsamen Tagen in der Schweiz kann die Arbeit weitergehen.

Es waren herrliche Tage mit Schnee, Freizeit, Lesen und sammeln von vielen neuen Eindrücken, die Mut machen und hoffentlich viel Kraft und Energie freisetzen.

Ein Buch hat mich in diesen Wochen begleitet, das ich übrigens jedem empfehlen möchte.
Geschrieben hat es Melanie Wolfers. Der Titel heißt „Freunde fürs Leben“.

Diese Buch trägt den Untertitel: „Von der Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein“. Der Untertitel hat mich derart angesprochen, dass ich, ohne lange zu überlegen, dieses Buch gekauft habe. Es wurde dann wohl zu einer persönlichen Lebensbetrachtung mit der Frage: Bin ich mir wohl selbst Freund? Wie tief und geheimnisvoll ist meine Freundschaft zu mir selbst? Bei allem, was mich von mir trennt, bedrängten mich die Überlegungen nach der eigenen Identität, der Echtheit und der Vertrautheit mit mir selbst, der richtigen Berufswahl und der Treue in allen entscheidenden Phasen meinen bisherigen Lebens.

Dieses Buch führte mich zu meinen Fehlern, Schwächen und Unzulänglichkeiten und zugleich zu der tollen Erkenntnis, dass eine Freundschaft mit mir selbst erst den Mut gab, zu allen Schwächen, Fehlern und Unzulänglichkeiten zu stehen, sie anzuerkennen, wahrzunehmen, zu akzeptieren. Da lag auch der Mut zur eigenen Identität, aber auch zu der Fähigkeit, mich den Mitmenschen zu zumuten. Auf dem Weg der Suche nach mir selbst oder nach der Antwort auf die Frage „Wer bin ich“ hat mich dieses Buch ein riesiges Stück weiter gebracht. Das Gefühl kam in mir auf: Du bist heimisch in deinem Leben.

Das macht mich dankbar und erfüllt mich mit Kraft, die augenblickliche Gegenwart in Kirche und Gesellschaft kraftvoll zu gestalten.
Es hat sich gelohnt, mich selbst in den Blick zu nehmen und eine kritische Lebens-Bilanz zu ziehen.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Liebe herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Ein Gruß aus der Schweiz (trotz Urlaub!)
von Erich Elpers:

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Ein Buch mit dem Titel „Freunde fürs Leben“ von Melanie Wolfers, das ich hier in den Ferien lese, führt mich in eine neue Dimension des eigenen Selbst. Es lässt mich beobachten, dass viele Saiten  - wie bei einer Zither -  das ICH eines Menschen ausmachen. Manche sind schon entdeckt und manche sind noch recht unerkannt. Oft kann man auf Gefühle und Reaktionen stoßen, von denen und über die es noch keine Kenntnis gab. Manchmal kann ich erfreut sein und manchmal erstaunt oder gar erschreckt, was da alles in einem lebt und aufsteigen kann.

Dabei ist die Erkenntnis wichtig: Sie alle gehören zu mir, sie machen mich aus, sie haben ihre Daseinsberechtigung, sie stecken alle in meiner Haut. Und wenn ich irgendeine Saite entdecke oder auch nun erst erfahre, von der ich noch nichts ahnte, dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ich integriere sie mit Hilfe eines inneren Dialogs oder ich verdränge sie und laufe Gefahr, dass ich eine heftige Opposition der anderen Saiten heraufbeschwöre, die eine Ausgeglichenheit unmöglich machen.

Dem Selbst kommen wichtige Aufgaben zu, weil es den inneren Dialog leiten muss und dann eine gleichwertige Akzeptanz ermöglichen kann.  Die Reaktionen anderer Menschen können dabei auch helfen, vor allem können mögliche Vorurteile dabei verhindert werden. Eine Saite macht den Menschen nicht aus. Das alles befördert eine demokratische Umgangsweise des einzelnen mit sich selbst und mit anderen Menschen. Auf diese Weise kann jeder Mensch zu seiner Tiefe, zu seinem Geheimnis vordringen. Vielleicht erkennt er darin auch seine Gottesebenbildlichkeit.  Hier werden wir tiefer erfahren, wer wir sind und finde möglicherweise zu einer tieferen Quelle, aus der wir Kraft schöpfen können. „Ich bin aufgehoben in einem großen Zusammenhang, der mich  und alles von innen her trägt. Ein Zusammenhang, der Liebe heißt“. Wenn wir diese Gedanken in der Hl Schrift suchen, dann finden wir sie in der Apostelgeschichte: „in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“

Ich erahne eine unglaubliche Beheimatung.
Alle erkannten und auch alle unerkannten Saiten an mir haben ihren Platz, Widersprüche nicht ausgeschlossen.
Ohne Gott ausdrücklich zu benennen  können Menschen diese Tiefenerfahrung machen. Vielleicht ist es für sie dann eine unbewusste Nähe zu Gott.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.

Herzliche Grüße aus der Schweiz

Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Freitag, 20.01.2017

Ein Sondergruß von Erich Elpers:

Hallo Ihr Lieben!
Gruß und Segen!

Wer seinem Nächsten zu Hilfe kommt in seinem Leid, sei es geistlich oder weltlich, dieser Mensch hat mehr getan als derjenige, der von Köln bis Rom bei jedem Meilenstein ein Münster errichtet
aus reinem Gold, dass darin gesungen und gebetet werde bis zum Jüngsten Tag.
Denn so spricht der Sohn Gottes: Ich habe meinen Tod nicht gelitten eines Münsters wegen und auch nicht um des Singens und Betens willen, sondern um des Menschen willen …
Albertus Magnus (etwa 1200 bis 1280)

Herzliche Grüße aus Rheine
Erich Elpers


 

...

Donnerstag, 19.01.2017 für Sonntag, 22.01.2017

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Unsere Kirchenzeitung Kirche+Leben hatte in der letzten Ausgabe eine wunderbare Karikatur:


Der Papst, der eine Reform der Kurie anstrebt und Reformverweigerer, die die Kirche nicht zu einem Höhenflug – Neubelebung – verhelfen wollen. Denn es war ja immer so.

Dennoch in seiner Weihnachtsansprache benennt unser Papst seine
Leitlinien für die Kurienreform:
  1. Der Papst möchte eine persönliche Umkehr aller.
  2. Er möchte eine Hirtensorge beleben, d.h. ein Abkehr von Administration hin zum Menschen. Verhindert würden dadurch Ehrsucht und Rivalität. (Wenn das gute nur geschieht, egal durch wen, Hauptsache es geschieht).
  3. Das Hauptziel jedes kirchlichen Dienstes ist, die Frohe Botschaft vom Reiche Gottes bis an die Enden der Erde zu bringen. Das hat zur Folge, dass Strukturen abgeschafft oder verändert werden  müssen, die die Dynamik der Frohbotschaft beeinträchtigen.
  4. Das Aggiornamento – Aktualisierung muss vorangetrieben werden: Die Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu verstehen und auf sie hören; damit die Frohbotschaft den Menschen heute hilft, das Leben zu bestehen. Die Probleme der Menschen haben sich auch im Laufe der Zeit schmerzhaft geändert. Rom kann nicht alle Bedürfnisse der Weltkirche kennen und entsprechend helfen. Synodalität ist erforderlich.
  5. Die Gradualität ist die Frucht der unentbehrlichen Unterscheidung. Sie soll einen historischen Prozess, Abwägen von Zeiten und Etappen, Überprüfung, Korrekturen, Versuchsphasen und Approbation ad experimentum einschließen.
  6. Die Kurie soll in allem die Gesamtkirche widerspiegeln: Laien, Pastoralreferenten, Diakone, Priester, Bischöfe, Kardinäle. Alle sollen kompetent sein und von guter geistlicher Qualität.
  7. Die einzelnen Ämter (Dikasterien/Ministerien) sollen einfach geführt werden und solidarisch handeln. Das Prinzip der Subsidiarität soll Pate sein bei der Neuordnung. Verständlich wird da der Kampf um die eigenen Pfründe. Die innere Auseinandersetzung um Macht oder Dienst, Eitelkeit oder Demut muss dabei geklärt werden.

Der Bischof der längst vergangenen Diözese Partenia hat einmal geschrieben: „Eine Kirche, die nicht dient, dienst zu nichts.“  (Galliot)

Beten wir um Einsicht und um die Kraft, dass das Evangeliumsgemäße sich Bahn bricht.

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche.
Liebe Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers

P.S. In der nächsten Woche gibt es keinen Sonntagsgruß.
Zehn Tage darf ich in die Schweiz fahren. Bitte habt und haben Sie Verständnis.


 

Montag, 16.01.2017

Hallo Ihr Lieben!
Hier eine Sonderbotschaft vom Vatikan!

Papst: "Wehe, wenn die Kirche sich selbst verkündigt"

Die Kirche müsse den Menschen Christus näherbringen, nicht sich selbst als Institution. Das fordert Papst Franziskus. Sonst verliere die Kirche "den Kompass", werde orientierungslos und kreise nur noch um sich selbst.

Papst Franziskus hat die Kirche vor Selbstbezogenheit gewarnt. Wenn die Kirche nur sich selbst verkündige, verliere sie die Orientierung. Der Inhalt ihrer Botschaft könne allein Christus sein, der sein Volk von den Sünden erlöse und "in das Land der wahren Freiheit" führe, sagte der Papst beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

"Wehe, wehe, wenn die Kirche sich selbst verkündigt; sie verliert den Kompass, weiß nicht, wohin sie geht", sagte Franziskus. Die Kirche bringe "nicht sich selbst, sie bringt Christus".

Die Taufe Jesu im Jordan nannte der Papst in diesem Zusammenhang eine "entscheidende historische Tatsache" für den christlichen Glauben und die Mission der Kirche. Franziskus erinnerte dabei an die Schilderung im Johannesevangelium. Demnach sei Christus "der einzige Retter", demütig und "inmitten der Sünder".

Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Sonnabend, 14.01.2017

Wofür du dankbar sein kannst

Hallo Ihr Lieben!

Allen Gruß und Segen !

Psalm 65,10.11
Du sorgst für das Land und tränkst es; du überschüttest es mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt, du schaffst ihnen Korn; so ordnest du alles.

 
Wir haben jeden Tag Grund zur Dankbarkeit: für Essen und Trinken, für ein Dach über dem Kopf und ein Bett für die Nacht. Möge uns diese Dankbarkeit dazu bewegen, das, was wir im Überfluss haben, mit den Menschen zu teilen, die in Armut leben, damit sie durch unsere tatkräftige, auch materielle Hilfe an der Güte Gottes teilhaben.

Danken, Bitten und Teilen sind keine Zauberwörter, nein: sie sind Lebenshaltungen und  christliche  Glaubenshaltungen dazu!

Allen einen gesegneten Sonntag und eine gelungene Woche!

Liebe Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Dienstag, 10.01.2017

Eine Sonderausgabe!

Hallo Ihr Lieben!

Papst Franziskus hat Deutschland für die Aufnahme von Flüchtlingen gedankt. Bei seiner Neujahrsansprache vor Diplomaten im Vatikan hob er ausdrücklich den Einsatz der Bundesrepublik gemeinsam mit dem Italiens, Griechenlands und Schwedens hervor. Die Migrationsproblematik sei "eine Frage, die nicht einige Länder gleichgültig lassen darf, während andere die humanitäre Last tragen, oft mit beträchtlichem Aufwand und schweren Unannehmlichkeiten", sagte der Papst.

Franziskus sprach sich gegen Abschottung aus. Keinesfalls dürfe man aus der "dramatischen Krise" eine einfache Berechnung machen. "Migranten sind Personen mit Namen, Geschichten und Familien", sagte der Papst. Es werde keinen wirklichen Frieden geben, solange auch nur ein einziger Mensch in seiner Identität verletzt und auf eine bloße Zahl in der Statistik oder ein Objekt von wirtschaftlichem Interesse reduziert werde.

Von der Staatengemeinschaft verlangte der Papst "konkrete Gesten von Mitmenschlichkeit". Diese seien "wesentliche Faktoren für jenen Frieden und jene Entwicklung, auf welche noch ganze Länder und Millionen von Menschen warten", so Franziskus. Nur wenn eine Gesellschaft nicht den Blick vom Leid anderer abwende, könne sie offen und aufnahmebereit und zugleich in ihrem Inneren sicher und friedlich sein.

Jeder Mensch habe ein Recht, "in andere Staaten auszuwandern und dort seinen Wohnsitz aufzuschlagen", betonte der Papst. Zugleich müsse ein Land soziale Integration gewährleisten, ohne seine eigene Sicherheit, seine kulturelle Identität und sein sozialpolitisches Gleichgewicht zu gefährden. Migranten ihrerseits dürften "nicht vergessen, dass sie verpflichtet sind, die Gesetze, die Kultur und Traditionen der Länder, die sie aufnehmen, zu respektieren".

Anlass der Äußerungen war die jährliche Ansprache vor Botschaftern, die beim Heiligen Stuhl akkreditiert sind. Gegenwärtig unterhält der Vatikan volle diplomatische Beziehungen zu 182 Staaten. Hinzu kommen Botschaften bei der EU und dem Souveränen Malteserorden.

Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers


 

Sonntag, 08.01.2017

Polizeipfarrer Erich Elper's wöchentliche Botschaft

Hallo Ihr Lieben!
Allen Gruß und Segen!

Am kommenden Sonntag (08.01.2017) feiert die Christenheit das Fest der Taufe Jesu am Jordan.

Das ist mir Anlass, einmal über die eigene Taufe oder über Taufe im Allgemeinen nachzudenken. Im Herkunftswörterbuch ist zu lesen, dass das Wort Taufe abgeleitet ist von „tauchen“ oder besser „eintauchen“. Das würde bedeuten, dass jeder getaufte eingetaucht ist in die Gemeinschaft der an Christus-Glaubenden, der Gemeinschaft der Kirche. Anders ausgedrückt: Jeder, der getauft ist, ist eingetaucht in das Leben Jesu. Das weiße Kleid, das beider Taufe übergeben wird, ist ein Symbol: „Du hast Christus angezogen und bist eine neue Schöpfung geworden. Dieses weiße Kleid sei ein Zeichen dieser neuen Würde."

 

In Christus eintauchen heißt in sein Leben eintauchen, sein Leben übernehmen. Und das bedeutet, dass wir nicht nur in die Freude des neuen Lebens der Auferstehung eingetaucht sind, sondern eben auch in alle Facetten, die das Leben Jesu ausmachen. Es könnte einem paradox vorkommen. Eingetaucht sein in Licht und Dunkel, in Freude und Leid, in Tod und Auferstehen, in Liebe und Ablehnung, in Kreuz und Auferstehung, in Karfreitag und Ostern, in Liebe, Gefolgschaft und Verrat, in Anerkennen, Bekenntnis und Verleugnung, in Vertrauen und Misstrauen, in Glauben und Unglauben, in Zweifel und Suche, in Schuld und Vergebung, in Krieg und Frieden, in Ergebung und Macht,  etc. eingetaucht sein in Jesus ist letztendlich eintauchen in die Berg-Horeb-Erfahrung und das Leben im Tal der Tränen, das ist es. die Taufe in das Leben Jesu eintauchen mit allen Möglichkeiten, die das Leben bietet. Und das ist nicht nur Friede, Freude Eierkuchen, sondern das Leben mit allem, was das Leben nur zu bieten hat.

Viele Fragen, die den Glauben betreffen bekommen hier einen anderen Blickwinkel, selbst das Christsein bekommt eine andere Dimension. Enttäuschungen und andere Zweifel an Glaube und Kirche werden deutlich relativiert.

Allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag, eine gute Erinnerung an die eigene Taufe und eine gelungene Woche.

Liebe Grüße
Ihr und Euer
Erich Elpers